AktualisierenDruckenTipps & TricksKontakt

Andere Turniere 2012

Andere Turniere

mit eigenen Seiten

Tabellen

Gocher Nachlese (1)

von Christoph Krebel

Gocher Nachlese (2)

von Christoph Krebel

Veröffentlichungen

Eure Turnierberichte werden gerne veröffentlicht:

Bericht einsenden

Überblick

Turnierberichte 2012: St.Martins-Turnier  Bad Harzburg  Korbach  Bezirkseinzelmeisterschaft  Silberner Turm  Hexentag  DSM Dresden  Dortmunder Schachtage  Misdroy (PL)  Simultan Beckemeyer  Schach 960  Rhein-Main-Open  Krefelder Schnellschachopen  Senioren-Cup Braunschweig  Oberhausener OsterOpen  Hünxer Gemeindemeisterschaft  NSV-BlitzEM  NSV-BlitzMM  Silberner Turm 

Zurück zu den aktuellen Turnierberichten  Zu den Turnierberichten aus  2011  2010  2009  vor 2009

St. Martins-Turnier der Senioren

Beim Sankt Martins Turnier gab es 16 Teilnehmer und 6 Kuchen, eine freundliche Bewirtung von Florian und Oskar und Heinz Görtzen hatte sich wie immer zuverlässig um die Organisation gekümmert... Es siegte Ulrich Dimmek vor Christoph Krebel...

(mk, 11.11.2012)

13. Bad Harzburger Seniorenturnier 30.10.-3.11.2012

Im in der Spitze recht stark besetzten Turnier – 13 von 52 Teilnehmern lagen über DWZ 1900 (bis 2229) – konnte ich keine Bäume ausreißen. 4 Pflichtsiege gegen deutlich Schwächere (1303 bis 1777 – wie kommt letzterer nur an diese Zahl? ) und 2 Niederlagen gegen sehr Starke (1974 und 2206) brachten insgesamt nur einen DWZ-Zugewinn von ca. 6 Punkten für mich.

Gegen die 2 Starken musste ich mit Weiß jedesmal gegen sizilianisches g6 ankämpfen. Dabei kannte Selig (1974) die Drachenvariante wesentlich besser als ich. Dr. Baum konnte ich mit einer am Brett gefundenen scharfen Variante erheblich unter Druck setzen, beide Seiten verpassten aber bei relativ kurzer Bedenkzeit (nur 1,5 Std. für 40 Züge) mehrmals bessere Gelegenheiten. Mein Mehrbauer verleitete mich schließlich zu einem unüberlegtem Damentauschangebot, das aber mindestens zu Qualitätsverlust führte.

Schön waren die Abende in geselliger Runde in der „Hexenklause“, u.a. mit Prof. Dr. Müller-Cloostermann, dem 2. Vorsitzenden von SF Katernberg, an denen allerlei Flüssigkeiten unsern gelegentlichen Frust überspülten.

 

2 lustige Partien von mir findet man hier , die genannte scharfe gegen Dr. Baum hier (und evtl. demnächst als Aufgabe).

(Bert Plischke, 04.11.2012)

4. Korbacher eLogic-Open vom 18.-21.190.2012

Mitte Oktober: Das Wetter erbarmt sich und es gibt nochmal einige sehr sonnige und warme Spätsommertage. Die beste Zeit um sich in das kleine urige Korbach aufzumachen, umgeben von wunderschönen Landschaften und Wanderwegen. Weswegen wir dort waren? Natürlich zum Schach spielen!

Unsere Truppe bestand aus Thomas Dickmann, Stefan Christen, Christian Schumann und mir (Oskar Braun) und wir wollten das relativ junge Korbacher Open entdecken und vielleicht noch den einen oder anderen guten Zug machen.

Christian hatte uns eine gemütliche Ferienwohnung im Ortsteil Alleringhausen gemietet, in der wir abends unsere Partien analysierten, uns auf unsere Gegner vorbereiteten und gewärmt von Wein und Kamin so manche Blitzpartie zu sehr später (oder sehr früher) Stunde auskämpften. Das schlug sich zum Glück nur selten auf die Turnierpartien nieder.

Die drei Open (A, B und C) fanden im Bürgerhaus in Korbach statt und hatten insgesamt über 200 Teilnehmer, weswegen die Spieler doch recht eng beisammen saßen und es ein paar Anlaufschwierigkeiten bei den Auslosungen gab. Auch wurde die Bedenkzeit kurzfristig auf zweieinhalb Stunden pro Spieler und Partie festgelegt, damit die erste Zeitnotphase vor dem 40. Zug entfällt. Aber die Atmosphäre war gut und alle wollten Schach spielen, deswegen waren das nur Nebensächlichkeiten. Man hatte die Gelegenheit, mit dem Korbacher IM Satea Husari seine Partien zu analysieren und wer gerade einen Eröffnungsfehler oder einen taktischen Schnitzer begangen hatte, konnte sich auch gleich an einem Stand des Schachversandes EuroChess mit geeigneten Gegenmitteln eindecken.

Das A-Open mit 111 Teilnehmern war relativ stark besetzt mit einem Elo-/DWZ-Schnitt um 2000 herum und gleich 19 Titelträgern, davon sieben Großmeister. Manche reisten von weit her an, es gab niederländische, dänische, serbische, ungarische, russische, bulgarische, israelische, englische und lettische Spieler.

 

Für Thomas lief das Turnier sehr durchwachsen. Nach einem relativ bequemen Auftaktsieg musste er in Runde 2 gegen FM Uwe Kersten ran. Er spielte ordentlich und bereitete seinem Gegner einiges Kopfzerbrechen, bevor er leider mehrzügig einen Bauern hergab. Das Endspiel entschied der FM dann mit seiner guten Technik für sich. In den Runden 3 und 7 brachten die beiden hübschesten Mädels des Turniers Thomas kräftig ins Schwitzen und er spielte unkonzentriert. Natürlich lag das nur an den zehrenden, hart umkämpften Niederlagen vom Vormittag! In Runde 3 verlor er dabei fast nach einem Eröffnungsfehler und machte Remis und in Runde 7 konnte er eine Figur gewinnen, musste im Endspiel aber noch einige genaue Züge finden, um seinen Vorteil zu verwerten. In der vierten Partie wurde er von einem unkonventionellen Spiel seines Gegners überrascht, stand trotzdem bald klar überlegen, aber sein Gegner fand noch eine starke Quelle für Gegenspiel und Thomas musste sich bei knapper Zeit nochmal richtig in die Variantenberechnung knien, bevor er den vollen Punkt verbuchen konnte. Partie Nummer 5 gab dann ein unspektakuläres Remis gegen einen gleich starken Gegner, doch die sechste Partie sollte die dramatischste von allen werden: Der nominell etwas stärkere Gegner aus Kleve konnte das Eröffnungsduell mit Schwarz in einer englischen Symmetrievariante für sich entscheiden und eine unangenehme Stellung mit weit vorgerücktem, gedecktem Freibauern auf c3 erarbeiten. Thomas spielte äußerst zäh und konnte sich zwischendurch eine Remisstellung erkämpfen. Doch langsam wurde die fünfte Stunde voll, beide zeigten Nerven, machten ungenaue Züge und es war leider an Thomas, in Zeitnot einen Turm einzustellen. Der Computer zeigte später just an dieser Stelle eine wunderschöne Remiskombination an. (Diese Partie ist zum Nachspielen an den Bericht angehängt.)

Insgesamt 4 Punkte aus 7 Partien sind ein ordentliches Ergebnis und Thomas ist ziemlich in seiner DWZ-Erwartung geblieben.
Sein Urteil: "Nach dem Turnier nur noch bleierne Müdigkeit... Die Nächte waren zu kurz und der Wein zu lecker. Also ein tolles Turnier."  :-)

 

Stefan hatte in den Sommermonaten intensiv Eröffnungstheorie gebüffelt. Dieses Turnier war deshalb eine gute Gelegenheit für ihn, das Erlernte in der Praxis auszuprobieren. In den ersten beiden Runden wurden ihm stärkere Gegner zugelost. Stefan experimentierte mit seinem neuen Wissen und zahlte Lehrgeld; beide Spiele entglitten ihm und endeten mit Niederlagen. In Runde 3 endlich konnte er punkten. In einem Doppelturmendspiel mit recht geschlossener Bauernstruktur quälte er seinen Gegner mit aktiven Türmen und der hielt dem Druck nicht stand: Stefan gewann einen Bauern. Danach war der Sieg trotz geschickter Gegenwehr nicht mehr zu verhindern. In Runde 4 wurde Stefan daran erinnert, dass er noch viel zu lernen hatte. Ein Eröffnungsfehler wurde von seinem Gegner direkt ausgenutzt und in einen schnellen Sieg nach 22 Zügen umgewandelt. Trost kam postwendend in Runde 5: Stefans Gegner verlor im Mittelspiel durch taktische Fehler mehrere Offiziere und gab sich geschlagen. Runde 6 war ein Déjà-vu: Ähnlich wie in Runde 4 leistete Stefan sich einen Eröffnungsfehler und musste nach nur wenigen Zügen aufgeben. Die Abschlussrunde war ein Paradebeispiel für angewandte Psychologie. Im Verlauf einer ausgeglichenen Partie wurde Stefan zweimal Remis angeboten. Der aber glaubte fest daran, die bessere Stellung zu haben und spielte weiter. Aus Furcht, überrollt zu werden, startete sein Gegner einen Bauernsturm, überzog die Stellung und musste aufgeben. Witzigerweise zeigte die spätere Analyse, dass Stefans Einschätzung deutlich zu positiv und ein Remis durchaus angemessen war.

Insgesamt blieb Stefan mit seinen 3 Punkten fast genau in der DWZ-Erwartung.

 

Christian startete gegen einen Dänen mit einer Elo über 2200 und musste dem Ausgleich mit Schwarz nach einer Ungenauigkeit in einer spannenden Eröffnung hinterher rennen. (1.e4 c5 2.b4!) Tatsächlich konnte er ausgleichen und hatte sogar eine Qualität mehr, allerdings unterschätzte er den gegnerischen Königsangriff und musste bald die Waffen strecken. In Runde zwei wurde er nach oben gelost und bekam wieder einen 2200er. Nach einer Fehleinschätzung wurde sein Springer gefangen und auch diese Partie musste er aufgeben.

Danach wurden die Partien ruhiger, Christian fand langsam sein Spiel und remisierte 4 Mal in Folge, darunter auch gegen einen 14-jährigen 1700er, der mehr an seinem Dextro Energy als an der Partie interessiert schien...

Die letzte Runde konnte er dann endlich sicher und schnell gewinnen und hatte Zeit, von der Beratung durch IM Satea Husari zu profitieren. Dieser hatte keine Kritik an der Partie, erklärte Christian jedoch einige sehr interessante neue Ideen und Motive.

3 Punkte aus 7 Spielen und rund 20 Punkte DWZ-Verlust lassen darauf schließen, dass es nicht Christians Turnier war, aber immerhin hatten die Ergebnisse eine klar aufsteigende Tendenz.  Nächstes Jahr wird er bestimmt besser und erfolgreicher aufspielen!

 

Ich ging nur mit der Hoffnung auf gutes Schach in das Turnier, immerhin hätte ich in meiner Ratinggruppe über 150 Punkte wettmachen müssen. Aber ich hatte unheimlich viel Lust auf Schach - das allerbeste Erfolgsrezept!

In Runde 1 bekam ich einen 14-jährigen 2100er aus England zugelost. Naja, die Auftaktniederlagen bei solchen Open bin ich ja gewohnt, aber es kam anders. Ich opferte temporär einen Bauern, den ich mit einem taktischen Schlag so zurückgewinnen konnte, dass die Initiative von meinem Gegner auf mich überging und ich stellte danach fast mit jedem Zug neue Drohungen auf. Irgendwann griff er fehl und ich konnte Matt setzen. (2 Stellungen aus dieser Partie gibt es als Rätsel des Monats November.)

So ein Ausrutscher nach oben kann ja mal passieren, der nächste 2100er würde das schon wieder in Ordnung bringen. Ich opferte hochspekulativ einen Bauern in der Eröffnung, bekam dafür gutes Spiel und nach einigen taktischen Verwicklungen stand ein Remisendspiel auf dem Brett. Mein Gegner dachte, er könne mich dennoch ausspielen, verlor später einen Bauern und ich gewann langsam aber sicher.

In Runde 3 gegen FM Davor Maric war nun aber wirklich Schluss mit der Erfolgsserie! - Dachte ich. Ich opferte wieder einen Bauern für dynamisches Spiel, mein Gegner nahm ihn aber nicht an. Später verrechnete ich mich dann und wickelte falsch in ein Endspiel mit Turm gegen Läufer und Springer ab. Bald gab ich noch meinen weit vorgerückten Freibauern her, doch wir hatten beide noch weniger als 10 Minuten für den Rest der Partie und kurz darauf begann die dramatische Zeitnotphase, in der ich nervenstark blieb und der FM keinen richtigen Gewinnplan finden konnte. Als wir beide noch etwa 30 Sekunden hatten, bot ich zum zweiten Mal Remis, doch mein Gegner wollte mich über die Zeit heben. Ich machte weiterhin gute Züge, spielte einen Tick schneller als er und seine Zeit fiel zuerst - ich hatte noch volle 4 Sekunden...

Was für ein Start! Jetzt würde ich es bis zum Schluss schwer haben.

In Runde 4 bekam ich den Großmeister Aleksandr Karpatchev vorgesetzt, ich spielte mutig mit heterogenen Rochaden, versuchte meine Figuren zu aktivieren und weil ich bisher immer nur einen Bauern pro Partie geopfert hatte, bot ich hier gleich zwei an. Er ignorierte meine Versuche, die Stellung undurchsichtig zu machen, zog allen meinen Ideen den Zahn und ging dann seinerseits zum Angriff über. Dabei spielte er einen Zug, über den ich am Brett einfach nur staunen und nach langer Bedenkzeit meine Niederlage einsehen konnte. Im Gegensatz zu allen anderen Partien des Turniers (selbst gegen den IM später) hatte ich hier nie das Gefühl, auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Wirklich beeindruckend vom GM gespielt!

In Runde 5 musste ich gegen den Internationalen Meister Dimitar Marholev ran. Er wickelte schnell in ein Turmendspiel ab, in dem er wegen seiner Bauernmehrheit am Damenflügel einen kleinen Vorteil besaß, das aber wohl objektiv Remis war. Ich schuf mir einen Freibauern, um später eine Quelle für Gegenspiel zu haben, doch der IM bewertete das in der Analyse als spielentscheidenden Fehler, der seinem König einige Züge später eine Route in mein Lager öffnen sollte. Die Endstellung, in der ich dann aufgab, weil ich ein entstehendes Bauernendspiel bis zum Verlust rechnete, scheint allerdings noch Remis zu sein: Ich muss im Turmendspiel bleiben, meinen Freibauern geben und eine Blockade aufbauen! Das hatte ich nicht gesehen.

Die sechste Partie ging gegen einen theoriebewanderten 2100er, der eine äußerst spannende und hochtaktische Französischvariante wählte, an die ich mich kaum erinnerte. Er opferte einen Bauern, also opferte ich zwei und als mein Gegner in unklarer Stellung und Zug 19 nur noch 21 Minuten auf der Uhr hatte, bot er mir Remis. (Meine Partien der Runden 4 bis 6 gibt es unten zum Nachspielen.)

In der letzten Runde dann gegen meinen nominell schwächsten Gegner mit einer guten Elo, aber einer DWZ von "nur" 1900. Ich verschlief ein paar gute Züge in der Eröffnung und fand mich bald in einem schlechteren Turm- und Springerendspiel wieder. Nach einer Ungenauigkeit meines Gegners konnte ich in ein ausgeglichenes Turmendspiel abwickeln, in dem er eine leichte Initiative besaß. Mein direkter Konkurrent um den Ratingpreis wurde gerade von einem spielstarken Dänen aus der Eröffnung heraus nach allen Regeln der Kunst abgefertigt, somit würde mir ein Remis reichen. Mein Gegner probierte alles aus, doch als sich die fünfte Stunde zum Ende neigte, musste er einsehen, dass die Stellung für ihn nicht mehr zu gewinnen war.

Mit meinen 4 aus 7 landete ich wegen meiner guten Buchholz auf dem 26. Platz, konnte den Ratingpreis TWZ<1950 holen und bekam mit einer DWZ-Leistung von über 2200 volle 94 Punkte dazu. Ich hatte natürlich Glück - vor allem in Runde 3 - aber ich bin auch sehr mit meinem Schach zufrieden. Das war für mich ein unvergessliches Turnier!

 

Insgesamt ist das Korbacher Open ein sehr schönes Turnier, die kleinen organisatorischen Schwächen waren schnell vergessen und uns hat besonders die relative starke Besetzung des A-Opens und die hervorragende Atmosphäre gefallen, in der es allen wirklich um Schach ging.

Nächstes Jahr kommt dieses Open für uns auf jeden Fall wieder in Betracht und vielleicht ja auch für noch mehr Spieler aus Wesel?!

(Oskar Braun, 15.12.2012)

Bezirkseinzelmeisterschaft

Bezirkseinzelmeisterschaft: Großer Erfolg für Stefan Christen, Jerzy Kozakowski und Robin Boy

BEM SiegerehrungEin Turnier mit großer Dramatik, Pech, Glück und Enttäuschungen. Schade, dass nicht mehr Weseler mitgemacht haben, denn das Ambiente stimmte.

Stefan Christen wurde durch gute Leistungen 3. und hat sich damit für die Verbandseinzelmeisterschaft qualifiziert. Jerzy Kozakowski (DWZ 1192) holte den Ratingpreis der Spieler unter 1400. Er belegte mit Startnummer 18 den 12. Platz und legte 60 DWZ-Punkte zu. Ein toller Erfolg. Auch Robin Boy legte 33 Punkte zu, sowie Niels Just 30 Punkte. Die anderen Weseler Teilnehmer fielen in die Rubrik Pech und Pleiten.  Holger May verlor 7 Punkte, Avdi Rama 22 Punkte (fiel besonders auf durch andauerndes Stören des Turnierbetriebs auf) und Waldemar Gräb musste leider aus gesundheitlichen Gründen früh das Turnier beenden.

Das Einzige was mir bleibt, in keiner Partie gegen die Großen bis zum 35 Zug schlechter gestanden und nach Buchholz habe ich das Turnier gewonnen (1. May 32, 2. Zahn 28,5, 3-4. Walter und Szcezepanski, 28, 5. Lengtat 27,5, 6. ten Huf 26,5 und 7. Vasiliev 26). Ein Schweitzersystemturnier lebt eben halt auch von der Auslosung.  Zur Turniertaktik sollte man sich überlegen, ob man nicht einfach mal die 3. Runde aussetzt.

(hm)

Im PDF-Format

(hm & Steffan Uhlenbrock, 20.01.2013)

Silberner Turm

Die beiden Sieger Jurij Vasiljev und Richard Zahn haben sich für die Verbandsebene qualifiziert.

Herzlichen Glückwunsch!

Im PDF-Format

(td nach Angaben von Steffan Uhlenbrock, 18.12.2012)

Hexentag ein Flop. Edas Simultanpremiere dennoch erfolgreich!

Eda hextTrotz Presseankündigungen, Aushängen in fast allen Weseler Schulen und etlichen Geschäften fand sich keine einzige Besucherin zu unserem Aktionstag für Anfängerinnen am 8.9.12 ein.

Immerhin kam ein freier Redakteur der NRZ, der dann ein Interview mit Eda Orhan machte und von ihrer erstmaligen Simultanvorstellung berichten will. Sie gewann gegen 8 männliche Gegner mit 5:3 ! - Nur Lukas Trost konnte gewinnen, Alexander May, Markus Müller, Krzysztof Szczepansky und Alexander Putzmann schafften ein Remis, während Erwin Rudi, Helmut Kaldune und Gerd Erwin sich geschlagen geben mussten.

Dank an alle, die bei Vorbereitung und leider vergeblichen Aufbau der Stationen geholfen haben!

Für die Zukunft müssen wir uns Gedanken über bessere Formen der Werbung machen.

(Berthold Plischke, 21.09.2012)

Bericht von der Offenen Deutschen Seniorenmeisterschaft Dresden 2012

Sanft setzt die Eurowings, zu deren knapp hundert Passagieren auch ich zähle, auf der Landebahn des Flughafens Dresden International auf. Das Aus-Checken geht schnell vor sich, und nach weniger als einer Viertelstunde ziehe ich schon meinen Koffer durch die Ankunftshalle, auf der Suche nach dem mir durch eine entsprechende Mail angegeben Infostand der Dresdner Verkehrsbetriebe. Ich finde aber nur einen Automaten auf dem Bahnsteig der S-Bahn und zum Glück eine freundliche Frau, die mir sagt, wie ich zum Bahnhof komme, welches Ticket ich ziehen und wo ich es entwerten muss. Nach je einem Umsteigen von S- auf Straßenbahn und von Straßenbahn auf Bus stehe ich neunzig Minuten später vor der Tür jener Ferienwohnung, die für die nächsten neun Tage mir Unterkunft gewähren wird. Bis zum Austragungsort der 24. Offenen Deutschen Seniorenmeisterschaft, dem Ramadahotel, sind es nur 5 Minuten Fußweg. Als ich mich am nächsten Tag seiner Empfangshalle nähere, beschleicht mich ein Gefühlsmix aus ein wenig Stolz (ich darf an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen) und ganz viel Respekt vor den anstehenden Partien (ich stehe auf Rang 111 der Teilnehmerliste). Die Eröffnungsfeier beginnt musikalisch mit einem Stück eines einheimischen Musikers, setzt sich fort mit den üblichen Begrüßungen und den unerlässlichen Ansagen über Bedenk- und Karenzzeit, Turnierareal und Telefonverbot. Nach einer guten halben Stunde nehme ich an Brett 18 Platz und darf endlich 1. d2 – d4 ziehen. Mein Gegner erwidert mit der Laskervariante des Damengambits, zieht planmäßig seinen e-Bauern von e6 weiter vor nach e5 und sogar nach e4, verzichtet also darauf, mir den Isolani auf d4 zu verpassen. Es gelingt mir, im Austausch gegen meinen d4-Bauern den Eindringling zu erobern; die Leichtfiguren sind alle abgetauscht, die Schwerfiguren neutralisieren sich gegenseitig auf der nunmehr offenen d-Linie: Schwarz nimmt mein Remisangebot an. Ein Traumstart in dieses Turnier gegen einen um 266 DWZ-Punkte stärkeren Spieler.

Mein Gegner in Runde 2 hat "nur" 230 DWZ-Punkte mehr als ich und eröffnet, wie alle weiteren Weißgegner es auch tun werden, mit 1. e4, so dass ich viermal meine wiederentdeckte Leidenschaft, die Aljechinverteidigung, spielen kann; und alle ziehen sie den e-Bauern ein weiteres Feld vor. Der Gegner in Runde 2 wählt die Abtauschvariante, spielt sie sehr bedächtig und behutsam, und leider versäume ich es, energisch dagegen zu halten, warte viel zu lange mit einem Gegenspiel im Zentrum und verliere bald einen Bauern. Wenn auch Fritz mir später eine bessere Fortsetzung zeigen wird, die Partie ist verloren: Das Springeropfer, mit dem ich den weißen König entblöße, ist nicht wirksam, da meine Figuren nur schwerlich an ihn herankommen und seine Figuren ihn sicher schützen. Zwei Runden später entsteht wieder die Abtauschvariante, doch diesmal spielt Weiß den für Schwarz gefährlichsten Aufbau. Doch ich weiß, wie dem zu begegnen ist, bis – ja bis Weiß eine grandiose Neuerung bringt, von der ich überzeugt bin, dass sie Eingang in die Eröffnungsliteratur finden wird. Aus Runde 2 klug geworden, spiele ich diesmal energisch, ein wenig zu energisch vielleicht, da auch etwas ungenau, doch mein unter Druck geratener Gegner spielt ebenfalls ungenau, so dass ich am Ende eine Qualität für einen Bauern gewinne, mit beiden Türmen auf die zweite Reihe eindringen kann und mich mit wiederholten Schachgeboten auf f2, g2 und h2 zunächst über die Zeitkontrolle rette. Danach suche ich in Ruhe, ob es einen Gewinnweg gibt, habe aber gehörigen Respekt vor dem ausgezeichnet auf d6 postierten gegnerischen Springer und dem Freibauer auf c5, der – von b4 gedeckt und von dem Turm auf c1 unterstützt – nur noch dreimal ziehen und sich in eine Dame umwandeln möchte. Die Gefahren erscheinen mir zu groß: Ich entscheide mich für die Fortsetzung des Dauerschachs und den sicheren halben Punkt. In der dritten Schwarzpartie entsteht die Jagdvariante, in der ich mich zäh verteidige und Weiß vor Beginn der Zeitnotphase seine Angriffsbemühungen einstellt und mir ein Remis anbietet, das ich gerne annehme. Am schönsten – und deshalb füge ich sie kommentiert an – ist die letzte Aljechinpartie, in der Weiß den Vierbauernangriff wählt. Diesmal muss Weiß sich verteidigen, was ihm durch einen feinen Zug auch ausgezeichnet gelingt, so dass ich keine Chance mehr auf den vollen Punkt habe.

Die Nachmittage in Dresden gehören – zum Teil zusammen mit meiner Frau, die mich für zwei Tage besuchen kommt – entweder der Kultur (Altstadtbesichtigung, Frauenkirchenbesteigung, Stadtrundfahrt auf der Elbe), den Gaumenfreuden (von der einheimischen Eierschecke bis zur italienischen Pizza) oder der Vorbereitung auf den Gegner der nächsten Runde. Letzteres erweist sich aber bald als überflüssig, spielt doch kaum jemand so, wie die Datenbank es mir ankündigt.

Nach der Niederlage in Runde 2 kann ich gegen die holländische Verteidigung, in welcher mein Gegner sich zunächst mit d6, e6 und Lb4 aufstellt, dann aber versucht, doch noch einen Stonewall aufzubauen, vorteilhaft die c-Linie öffnen, den rückständigen Bauern auf c6 erobern, in die gegnerische Stellung eindringen und mir den vollen Punkt sichern. Vor der mittleren Partie des Turniers ist mir bewusst, dass ihr Ausgang darüber entscheidet, ob ich weiter an den oberen Brettern werde spielen dürfen. Ich will sie unbedingt gewinnen und bekomme den Punkt ... "geschenkt". Wegen ihres Unterhaltungswertes füge ich auch diese Partie kommentiert bei. In Runde 7 sehe ich mich wieder einem Holländer gegenüber, aber diesmal wird der Stonewall sofort – und richtig – aufgebaut. Ich folge einer Idee Kortchnois, der ja von Holländisch bekanntlich nichts hält, und trenne mich durch Abtausch von meinem schlechten Läufer. Aber auch Schwarz kann sich durch Tausch von seinem schlechten Läufer befreien. Die Läufer vom Brett, kommt die Zeit der Springer: Und es ist nur eine Winzigkeit, die mir einen minimalen Vorteil beschert: Während die beiden Königsspringer brav auf f3 und f6 sitzen, hat Schwarz seinen Damenspringer auf d7, ich hingegen meinen auf c3 – und kann hinter ihm in Ruhe meine Türme verdoppeln. Die Strategie geht auf, und ich bin um einen ganzen Punkt reicher.

Die letzte Partie des Turniers steht unter materialistischen Vorzeichen: Ich habe in meiner Ratinggruppe einen halben Punkt Vorsprung vor zwei Konkurrenten und einen ganzen Punkt Vorsprung vor "unendlich" vielen weiteren Spielern. Ein Remis genügt mir also, um einen der drei Ratingpreise sicher zu erlangen. So kommt es mir gelegen, dass mein Gegner die Eröffnung (wieder Holländisch) nicht optimal spielt, so dass er mein Remisangebot nach 6 Zügen schwerlich ablehnen kann. Ich muss allerdings bis zur Siegerehrung am Nachmittag warten, bis ich weiß, dass es der erste Ratinglatz geworden ist. Wieder musikalisch eingeleitet, werden zunächst die drei Sieger (FM Bodo Schmidt als Seniorenmeister, FM Mira Kierzek als Seniorenmeisterin und Eduard Bakhmatov als Nestorenmeister) gegehrt, dann – nach dem Singen der Nationalhymne – die Platzierten und Ratingpreisgewinner sowie – mit einem Sonderpreis – die älteste Teilnehmerin (87 Jahre) und der älteste Teilnehmer (89 Jahre).

Mit etwas Verspätung hebt die Eurowings am frühen Abend von der Rollbahn ab, gestattet mir noch einen Blick auf Elbe und das historische Dresden, bevor sie mich mit den vielen gewonnenen Eindrücken und der Erinnerung an ein wundervolles Turnier dem Sonnenuntergang entgegenfliegt.

(Christoph Krebel, 25.08.2012)

Dortmunder Schachtage 2012

Die Dortmunder Schachtage feierten dieses Jahr ihr 40. Jubiläum und im Vorfeld freute ich mich nicht nur auf das Open, das ich mitspielen wollte, sondern vor allem auf das parallel stattfindende spannende Superturnier - aber dazu mehr.

Das nicht gerade sommerliche Wetter lockte insgesamt rund 210 Spieler in das Dortmunder Rathaus, um dort in schönem Ambiente in den beiden Open um die Preisgelder oder manchmal auch einfach um gutes Schach zu kämpfen. Da die Teilnahmegebühr im A-Open (ab DWZ 1700) um 20 € höher lag, entschied ich mich dafür, das B-Open bis DWZ 1900 mitzuspielen.

Nach zwei Auftaktsiegen über nominell schwächere Gegner musste ich in den Runden drei und vier auch gegen die Nummern drei und vier der Setzliste ran. In Runde drei enstand nach einem Eröffnungsexperiment (offenes Katalanisch) von mir ein ausgeglichenes Endspiel, das mein Gegner jedoch unbedingt gewinnen wollte. Im Folgenden übersah er eine taktische Drohung und musste einen Bauern geben um sie abzuwenden. Das Endspiel mit je einem Turm und ungleichen Läufern konnte ich dann bequem zum Sieg massieren.

In Runde vier gab es einen wie immer spannenden Königsinder zu bewundern, in dem mein Gegner sich bis inklusive des 13. Zuges auf mich vorbereitet hatte, aber prompt in diesem Moment den falschen Plan wählte. Nun hatte ich die besseren Chancen am Damenflügel und als die bis zum Anschlag aufgedrehte Spannung gelöst wurde, nahm mein Gegner einen vergifteten Bauern und ich konnte eine Qualität bei weiterhin schönem Figurenspiel gewinnen. Vier Siege in Folge waren ein hervorragender Start und ich machte mir langsam Hoffnungen, in die Preisränge zu kommen, doch dann kam der große Einbruch.

In Runde fünf spielte ich gegen den lange Führenden und späteren Turnierdritten und in Runde sechs gegen den späteren Turniersieger. Ich kämpfte zäh und lange, doch just als ich in den beiden Partien die Chance hatte, in Vorteil zu kommen, zeigten sich herbe Konzentrationsschwächen, die sich in groben Einstellern äußerten. In der siebten Runde konnte ich dann gegen den fünften 1800er in Folge ein einigermaßen solides Remis erreichen.

Während der letzten zwei Runden spürte ich, wie meine Kampfeslust immer mehr der Müdigkeit wich; es machte sich bemerkbar, dass ich mich sieben Tage fast ausschließlich mit Schach beschäftigt hatte, da ich ja auch nach meinen Partien fast immer stundenlang noch den Großmeistern zugesehen hatte. In der achten Runde spielte ich also auch wieder grausig und gab schon kurz nach der Eröffnung auf.

Zum Abschluss wollte ich mein Turnier aber noch retten, so war ich froh darüber, dass ich in Runde neun gegen die Marshall-Variante des Damengambits schon im sechsten Zug die Idee eines Läufereinschlags auf h7 entdeckte und war entschlossen, diesen auch durchzuführen. Mein Gegner erkannte diese Absicht zu spät und musste den Einschlag im elften Zug zulassen, nahm das Läuferopfer allerdings nicht an. Im 15. Zug hatte ich bereits eine Qualität mehr und gewann bald die Partie. 5,5 Punkte aus 9 Spielen sind ein ganz gutes Ergebnis bei den Gegnern, die ich hatte und zum Zugewinn von 31 DWZ-Punkten reichen sie auch, aber zufrieden bin ich trotzdem nicht. Gerade die beiden groben Patzer in der Mitte des Turnieres hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Um es mit den Worten von Jan Gustafsson nach seiner Niederlage gegen Arkadij Naiditsch zu sagen: "Das hatte mit Schach nichts mehr zu tun."

Das ist eine gute Überleitung, denn neben den beiden Open gab es noch das Helmut-Kohls-Turnier mit zehn Titelträgern und das Superturnier mit zehn Spielern der Weltspitze. Im Top-Turnier - das zu den drei stärksten Turnieren der Welt gehört - spielten dieses Jahr die polnische Nummer zwei Mateusz Bartel, die ukrainische Nummer zwei Ruslan Ponomariov, die ungarische Nummer eins Peter Leko, der zehnmalige Dortmundsieger und dreimalige Weltmeister Wladimir Kramnik, der 19-jährige Italiener Fabiano Caruana, der bereits Top-Ten-Spieler ist, mit Sergey Karjakin ein weiterer 22 Jahre junger Top-Ten-Spieler aus Russland, der den Rekord als jüngster Großmeister aller Zeiten hält (12 Jahre und 7 Monate!) und die komplette deutsche Nationalmannschaft, die im letzten Jahr sensationell Mannschaftseuropameister wurde: Arkadij Naiditsch, Daniel Fridman, Georg Meier und Jan Gustafsson. Die Partien fanden wieder im Schauspielhaus auf der Theaterbühne statt, während die Zuschauer im Publikum auf bequemen Sesseln sitzen, die Partien über Diagramme auf einer großen Leinwand verfolgen und gleichzeitig per Kopfhörer den großmeisterlichen Kommentaren von Klaus Bischoff und Sebastian Siebrecht lauschen konnten. Ein hervorragendes Schachtraining und ein guter Einblick in die Denkvorgänge der Großmeister! Vor allem, wenn einer der Spieler nach Beendigung seiner Partie zu den Kommentatoren kommt, den Zuschauern seine Eindrücke über seine eigene Partie mitteilt und Einschätzungen zu den noch laufenden abgibt. So konnte man unter anderem die Einsichten von Arkadij Naiditsch, Jan Gustafsson und Peter Leko erfahren. Den Spielen zuzuschauen machte eine Menge Spaß, zumal wieder frühe Remisangebote verboten waren, so dass die Ergebnisse ausgekämpft wurden. Letzten Endes teilten sich die beiden jungen Shootingstars den ersten Platz mit sechs Punkten, wobei Fabiano Caruana die bessere Feinwertung vor Sergey Karjakin hatte.

Insgesamt ein wunderbares Schach-Großereignis, das ich jedem - so er denn die Zeit dazu hat, die Open breiten sich immerhin über neun Tage aus - wärmstens empfehlen kann. Bei weniger Zeit lohnt es sich aber auf jeden Fall, wenigstens ein oder zwei Mal den Partien der Großmeister beizuwohnen. Ich freue mich auf jeden Fall wieder auf nächstes Jahr.

Hier die Internetseiten:

 

PS: Um mal einen Eindruck von dem überragenden Niveau der Spitzenspieler zu vermitteln: In der sechten Runde spielte Peter Leko mit den weißen Steinen gegen Sergey Karjakin und entschied sich im 14. Zug eines Katalanen für eine Neuerung die mit dem Opfer einer kompletten Figur im 17. Zug verbunden ist. Er hatte diese Variante (die nicht von den Computern angezeigt wird) vor 2 Jahren mit der ungarischen Nationalmannschaft analysiert. Das Spiel wird danach höchst kompliziert, Weiß bekommt hervorragende Kompensation, Schwarz muss sich durch einen Dschungel von taktischen Möglichkeiten winden und an einigen Stellen einzige Züge finden. Doch Sergey Karjakin hatte diese Variante auch zu Hause analysiert! Er spielte recht schnell und manövrierte sich hervorragend durch alle Schwierigkeiten, bis ein ausgelichenes Damenendspiel entstand, in dem die Spieler im 33. Zug ein Remis durch Zugwiederholung machten. Vermutlich hatten beide dieses Endspiel und alle Nebenvarianten schon in der Vorbereitung gesehen. Beeindruckend!

Die Partie mit Anmerkungen von Peter Leko ist hier zu sehen.

(Oskar Braun, 23.07.2012)

Brandenburger SeniorenOpen in Misdroy/Ostsee bei Swinemünde (PL) 19.-29.6.12

Schachlich war's für mich ziemlich katastrophal. Abgesehen von einer etwas oberlehrerhaften Turnierleitung (z.B. nur 5 min Karenzzeit) kam ich mit der Bedenkzeit von 90min/36Züge und ab Zug 37 nur 30 min für den "Rest" der Partie ohne jeden Bonus gar nicht zurecht. In Runde 4 wurde meine zunächst unbemerkt stehengebliebene (mechanische) Uhr auch noch bei Zug 27 von noch 14 min auf noch 4 min vorgestellt. Die Folge: nur 3,5/7 gegen einen Gegnerschnitt von knapp. 1700, also etwa 40 Punkte DWZ-Minus.

Deswegen und weil das Wetter für unsern Campingplatz-Aufenthalt nur suboptimal war, Abbruch der "Zelte" nach 7 von 9 Runden. Zudem war das Fahrrad meiner Frau gleich in der 1. Camping­nacht geklaut worden, typisch Polen ? (NEIN!).

Positives gab's trotzdem:

Unser Aufenthalt im neu angeschafften (gebrauchten) Wohnwagen hat uns absolut Spaß gemacht trotz widriger Umstände (Fahrrad/Wetter/Kopfbeule am ausgestellten Fenster). Nach Misdroy folgten einige herrliche Tage am Werbellinsee, Brandenburger Schorfheide: Frühstück bei Sonnen­schein nur 1,5 m (nicht km) vom Ufer entfernt, vorher und/oder nachher Sprung ins angenehm frische Wasser. - Preise in Polen, aber auch auf Loriots Ahlbecker Seebrücke und nahe Heringsdorfs ZDF-EM-Seebühne nur ca. halb so hoch wie hier!

Daher meine Empfehlung für preisbewusste Schach-Senioren: Ausschreibung Barlinek (2. - 10.10.12) - zwar selbe Turnierleitung, aber immerhin 2h/40 +30min, im Hotel mit Schwimmbad+Sauna für knapp 40 EUR inkl. ordentlicher Halbpension.

(Bert Plischke, 05.07.2012)

Simultan mit IM Werner Beckemeyer

Am 23.6. fand in unserem Vereinsheim eine Simultanveranstaltung mit IM Werner Beckemeyer statt. Werner ist momentan Bundesligakommentator beim Schachverein Emsdetten und brilliert dort durch seine hervorragenden, für alle verständlichen Analysen.

Gegen 16 überwiegend jugendliche Gegner musste sich der IM durchaus anstrengen, konnte jedoch seine sportliche Klasse unter Beweis stellen. Das Endergebnis war 15:1 für den den Internationalen Meister. Den Ehrenpunkt holte Mickey Lucassen für den Schachverein Wesel.

(Matthias Trost, 23.06.2012)

Offenes Weseler Rapid-Turnier im Schach 960

14 Teilnehmer fanden sich am Sonntag ein, um sich vor dem EM-Spiel gegen Dänemark in einer für die meisten bis dato unbekannten Variante des königlichen Spiels zu versuchen. Es gab herrliche Partien abseits aller Eröffnungstheorie und alle Teilnehmer hatten viel Spaß.

Oskar Braun gewann mit 6,5 Punkten aus 7 Partien überlegen vor den punktgleichen Thomas Dickmann und Holger May (je 5) sowie dem erstaunlich starken Robin Boy (4,5). Überhaupt muss man sagen, dass sich die Nachwuchsspieler mit den ungewohnten Stellungsbildern gut zurechtfanden und den Favoriten das Leben schwer machten.

(Thomas Dickmann, 18.06.2012)

XV. Rhein-Main-Open

Kann sich noch jemand an das Fronleichnam-Fest des vorigen Jahres erinnern? Als ich vor wenigen Tagen zum zweiten Mal nach Bad Homburg fuhr, um am XV. Rhein-Main-Open 2012 teilzunehmen, wurde ich sehr deutlich an das letzte Jahr erinnert: Unangenehm regnerisches Wetter, äußerst bescheidene Sichtverhältnisse auf der Autobahn und jede Menge Verkehr.

Wenige Stunden später bei der ersten Runde des Turniers dann das zweite Déjà-vu: Unter den 222 Teilnehmern befanden sich exakt 50 Kinder und Jugendliche, und die sahen nicht so aus, als müsste man ihnen noch die Regeln des Schachspiels erklären. Im späteren Verlauf des Turniers nannte ein leicht frustrierter erwachsener Teilnehmer sie „Kampfkinder“ – völlig zu Recht, wie sich zeigte. Natürlich nahmen auch diverse Meisterspieler an der Veranstaltung teil. Neben den Großmeistern Vladimir Epishin, Imre Héra und Vadim Malakhatko stritten ein Internationaler Meister und sechs FIDE-Meister um den Turniersieg.

Am Ende der Veranstaltung lagen die drei Großmeister in umgekehrter Reihenfolge auf den Plätzen 1 bis 3. Keiner von ihnen hatte ein Spiel verloren, dennoch mussten sie schwer für ihre Punkte arbeiten. Insbesondere zwei junge FIDE-Meister zeigten nur wenig Respekt vor den gestandenen Kämpfern. Der dreizehnjährige Alexander Donchenko, einer der so genannten Schachprinzen des DSB, hatte bereits im März dieses Jahres bei der Deutschen Einzelmeisterschaft und der Europameisterschaft hervorragende Leistungen gezeigt und zwei IM-Normen erspielt. Er demonstrierte den GM Vladimir Epishin und Imre Héra, dass dies keine Zufälle waren, und sicherte sich mit zwei Remis in den abschließenden Runden den vierten Tabellenplatz. Der ebenfalls dreizehnjährige Jan-Christian Schröder hatte unmittelbar vor diesem Turnier die Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft der Altersklasse U14 gewonnen. Sollte GM Vladimir Epishin in Runde 7 gehofft haben, gegen ein kampfesmüdes Kind zu spielen, wurde er bitterlich enttäuscht: mehr als ein Unentschieden konnte er nicht erreichen. Dies kostete den Großmeister den ersten Platz und sicherte Jan-Christian Rang 6.

Das Rhein-Main-Open wurde in zwei Gruppen, A „offen für alle“ und B „TWZ bis 2000“, ausgetragen. Meiner masochistischen Veranlagung entsprechend hatte ich mich bewusst für Gruppe A angemeldet und startete dort als einer der schwächsten Teilnehmer. Ich durfte deshalb nicht hoffen, viele Punkte zu sammeln.

Mein Gegner in Runde 1 war ein Jugendlicher mit einer Wertungszahl von deutlich über 2000. Ich spielte die Eröffnung ungenau und ließ mich ohne großen Widerstand zusammenschieben. Nach 30 Zügen drohten die ersten Materialverluste. Da meine Stellung aussichtslos war und die Uhr nur noch zwei Minuten anzeigte, hielt ich es für eine gute Idee aufzugeben.

In Runde 2 spielte mein Gegner ein ruhiges London-System, das ich mit einem Igel-Aufbau konterte. Nach 33 Zügen einigten wir uns in einer leicht vorteilhaften Stellung für mich auf Remis. Da mein Gegner über 1900 Wertungspunkte hatte, konnte ich mit diesem Ergebnis äußerst zufrieden sein.

Runde 3 brachte die zweite Nimzowitsch-Indische Partie meines Lebens und ich kam sehr gut aus der Eröffnung. Meine Stellung war so stark, dass mein Gegner einen deutlichen positionellen Nachteil anbot, um weniger Druck ausgesetzt zu sein. Ich nahm das Angebot an … und fand danach keine guten Manöver mehr! Als ich ungefähr 10 Züge später aus meiner durch Entsetzten verursachten Ohnmacht zu mir kam, fehlten mir zwei Bauern und ich war mit einem hoffnungslos verlorenen Endspiel konfrontiert. Verbissen wehrte ich mich gegen das offensichtlich Unvermeidliche und sowohl mein Gegner als auch ich gerieten in höchste Zeitnot. Nur so ist zu erklären, dass mein Kontrahent bei der scheinbar siegbringenden Bauernumwandlung das Schach übersah, durch das ich die „jungfräuliche“ Dame direkt elimieren konnte. Sichtlich frustriert nahm er mein Remisangebot an.

Vielleicht brachte Runde 4 die ausgleichende Gerechtigkeit? Wir spielten eine Englische Partie und ich konnte am Damenflügel rasch deutliche Fortschritte erzielen. Dann fand ich leider den Gewinnzug nicht und übersah etwas später auch noch einen Gegenangriff. Den Kampf um die sich ergebenden Freibauern verlor ich leider. Schade.

Runde 5 endlich konfrontierte mich mit dem befürchteten Schrecken, als ich einem der erwähnten „Kampfkinder“ – dreizehn Jahre, TWZ 1665 – als Opfer zugelost wurde. Glücklicherweise konnte ich in der sich ergebenden Sizilianisch-Partie die Initiative übernehmen und meinen Gegner so lange bedrängen, bis er mehrere Bauern verlor. Nach der Abwicklung in ein Turmendspiel war mir der Sieg nicht mehr zu nehmen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich es hasse, gegen Kinder zu spielen?!

Die abschließenden Runden 6 und 7 sind nicht erwähnenswert. Meine Kontrahenten zeigten mir schnell und deutlich, welche positionellen beziehungsweise taktischen Fehler ich gemacht hatte. Das Turnierresultat von insgesamt 2 Punkten entspricht meinem derzeitigen Leistungsstand, weshalb ich nicht wirklich unglücklich sein kann. Einen etwas besseren Verlauf hatte ich mir aber doch erhofft.

Im letzten Jahr wurde das Turnier im zentral gelegenen Kurhaus ausgetragen, das durch seine holzvertäfelten Räume für ein exklusives Ambiente sorgte. Aufgrund von Terminkonflikten musste man in diesem Jahr in das einige Kilometer entfernte Bürgerhaus Kirdorf ausweichen. Der hervorragend organisierten Veranstaltung tat dies aber keinen Abbruch. Für jedes Spiel stand ein eigener Tisch mit Holzmaterialien und DGT-Uhr zur Verfügung. Die Turnieratmosphäre war freundschaftlich und stellte für Veranstalter und Schiedsrichter keine Herausforderung dar. In einem separaten Analyseraum gab es genügend Möglichkeiten, die beendeten Partien zu besprechen. Die abwechselnd ein- und zweirundigen Turniertage ließen ausreichend Zeit, das mondäne Bad Homburg zu erkunden. Sehr nett war die Idee des Veranstalters, am – eigentlich freien – Freitagvormittag eine Simultanveranstaltung anzubieten. Nun, nicht irgendeine Simultanveranstaltung: Großmeister Viktor Bologan, derzeit die Nummer 28 der Weltrangliste mit einer ELO-Wertung von über 2700 Punkten, trat gegen 27 Spieler an. Einen Eindruck von dieser Veranstaltung vermittelt das folgende YouTube-Video.

Wenn man, so wie meine Frau und ich, ein Schachturnier mit einem Kurzurlaub verbinden kann und die Widrigkeiten einer längeren Schlechtwetter-Anreise nicht scheut, sollte man diese Veranstaltung unbedingt in die nähere Auswahl nehmen. Ich jedenfalls kann sie empfehlen und habe vor, im nächsten Jahr wieder teilzunehmen.

(Stefan Christen, 12.06.2012)

Krefelder Schnellschachopen

Das Krefelder Schnellschachopen bestach durch glänzende Organisation und eine lockere Atmosphäre. Besonders hervorzuheben ist das leckere Grillfest zur Mittagspause. Prädikat "sehr empfehlenswert". Wir kommen im nächsten Jahr wieder.

Wir fuhren zu dritt und ohne große sportliche Ambitionen nach Krefeld, hatten viel Spaß und auch einige kleinere Erfolgserlebnisse.

Nach 9 Runden lagen Mickey und ich mit 5 Punkten (Plätze 44 und 46) ungefähr im Rahmen der Erwartungen. Krzysztof mit 4 Zählern und Siegen über FM Neese und einen weiteren 2000er kam auf Platz 66, spielte aber vielleicht sogar am besten von uns. Ich punktete vor der Pause unterirdisch (1,5 aus 4 gegen 1600er Niveau), danach stark. Mickey hatte in der Nacht zuvor nur 2 Stunden geschlafen und hatte neben starken Momenten auch einige Aussetzer.

Wir hätten alle mit Siegen in der Schlussrunde noch an den Ratingpreisen kratzen können, verloren aber leider alle drei.

Turniersieger wurde IM Lars Stark (Düsseldorf) vor IM Ilja Schneider (Berlin), GM Felix Levin (Mülheim) und GM Michael Hoffmann (Solingen, alle 7,5) sowie IM Karl-Heinz Podzielny (7).

Homepage Turm Krefeld

(Thomas Dickmann, 07.06.2012)

2. Senioren-Cup 16.-22.5. in Braunschweig

SiegerehrungMit 36 war die Teilnehmerzahl zwar deutlich geringer als erwartet, trotzdem war es ein schönes, von G. Maiwald sehr gut geleitetes Turnier im gepflegten MercureHotel.

In den ersten 4 Runden erlegte ich gleich 3 Bären, zuerst A. Schneider (DWZ 1980), dann die Nummern 1 und 2 der Setzliste: Pape,M. (2098) und Meier, W. (2086).

Dafür hatte ich in Runde 3 nach ca. 10 Zügen und 20 Minuten (gg. den Turniersieger Wetjen; 1911) wegen Blindheit einen freien Tag, um meine (Schach-)Augen zu regenerieren.

Auch in Runde 5 gegen Bogorad,M. (2006 – ich kriegte nur noch Brocken) hätte ich verlieren müssen: in guter Stellung gegen einen etwas unorthodoxen Drachen wollte ich's zu schnell, und konnte ihn soeben durch Verwirrung vom simplen Figurengewinn ablenken. Vielleicht war er noch von seinem morgendlichen Sturz in der Dusche mitgenommen, weswegen wir eine halbe Stunde später begonnen hatten. Im späteren ausgeglichenen Turmendspiel knetete er mich so lange, bis er selber schlechter stand (remis).

Es folgte in Runde 6 die dritte Mattsetzung unter 30 Zügen gegen Kahn, P. (DWZ 1952) dank besserer Eröffnungs- und Stellungskenntnis (ich ließ bewußt Dg6+ zu).- Am Ende des Tages stand ich also mit 4,5.P. auf Platz 1 vor Bogorad und Wetjen, ebenfalls 4,5 !

Da diese beiden in der letzten Runde gegeneinander spielten, musste ich für den Turniersieg gegen Andersen,K. (2030) gewinnen (ein Preisgeld waren mir eh' sicher). Leider sah ich in dieser holländischen Partie (ohne d2-d4) den möglichen Weg zu klarem Vorteil nicht (wer kennt einen guten Augenarzt?) und erlag danach seiner Präzisionsbrille.

Na, gut, mit dem insgesamt 3. Platz, 80 € Prämie (minus 45€ Startgeld) und 55 DWZ-Plus fuhr ich bei heißem Wetter zufrieden zurück – mit Brille und unfallfrei.

Turnierseite

(Bert Plischke, 24.05.2012)

Oberhausener OsterOpen

Fünf freie Tage lagen vor uns und drohten mit gähnender Langeweile. Ehefrauen, Freundinnen und Kinder forderten erhöhte Aufmerksamkeit. Schwiegereltern und Verwandte hatten ihren Besuch angekündigt. Der Wetterbericht versprach ungemütliches Aprilwetter. Also mehr als genügend Gründe, um zu flüchten. Das dachten sich zumindest Oskar Braun, Mickey Lucassen, Alexander und Holger May, Avdi Rama, Erwin Rudi und ich, Stefan Christen. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg gen Oberhausen, um beim diesjährigen OsterOpen in die Faszination des Schachspiels einzutauchen und den Rest der Welt zu vergessen. Der Veranstalter hatte aufgrund der Erfahrungen aus den letzten Jahren die Teilnehmerzahl erhöht, sodass insgesamt 167 "Flüchtlinge" Asyl fanden. Unter ihnen waren die Großmeister Felix Levin und Zoya Schleining, die Internationalen Meister Daniel Hausrath, Gerlef Meins, Thomas Henrichs und Karl-Heinz Podzielny sowie sechs FIDE-Meister. Die Veranstaltung wurde in gewohnt routinierter Weise vom "Oberhausener Schachverein von 1887" durchgeführt und bestand abwechselnd aus Einzel- und Doppelrunden.

Alexander lieferte in seinem ersten Wochenendturnier eine schier unglaubliche Vorstellung, indem er sechs Runden lang seinen Gegnern ein Remis abrang. Nur in Runde 7 musste er die Waffen strecken. Dass die Leistungsstärke seiner Gegenspieler mit 1600 bis 1900 DWZ-Punkten durchweg über seiner eigenen lag, macht deutlich, wie gut Alexander gespielt hat. Am Ende durfte er sich mit 3 Zählern über den dritten Platz in der Wertungsgruppe "U 1600" und einen voraussichtlichen DWZ-Zuwachs von 114 Punkten freuen.

Für Avdi selbst ist wohl jeder Wettkampf eine Überraschung. Aufgrund seiner unorthodoxen und kreativen Spielweise ist nicht vorhersagbar, ob er besonders gut oder besonders schlecht abschneiden wird. Das OsterOpen 2012 gehörte leider zu den nicht erfolgreichen Turnieren. Zwar konnte er sich in Runde 2 ein Remis erkämpfen und in den Runden 5 und 7 Gewinne verbuchen, doch reichten die erzielten 2,5 Punkte nicht, um einen deutlichen DWZ-Verlust zu vermeiden.

Erwin nutzte wie Alexander erstmalig die Gelegenheit, an einem Wochenendturnier teilzunehmen und auch er zeigte sich keineswegs eingeschüchtert. Ein Sieg und drei Remis gegen stärkere Gegner (!) dokumentieren eine überdurchschnittliche Leistung und wurden mit dem 126. Platz und einem DWZ-Gewinn von voraussichtlich 85 Punkten belohnt. Schade für Erwin war nur, dass er gleich zweimal gegen Vereinskollegen antreten musste. Das hätte er sich bestimmt anders gewünscht.

Für Holger begann das Turnier mit einem Podiumsplatz. Er durfte gegen IM Thomas Henrichs an Brett 4 spielen. Zwar verlor er erwartungsgemäß, doch leistete er dank kämpferischen Spiels lange Zeit Widerstand. Darüber hinaus sollte dies seine einzige Niederlage im Turnierverlauf bleiben. Mit einem Sieg und fünf (!) Remis in den Folgerunden erkämpfte er sich den 84. Tabellenplatz.

Mickey konnte leider an der ersten Runde nicht teilnehmen und startete ab Runde 2 eine Aufholjagd. Mit der gewohnten Angriffslust, kreativem Spiel und überzeugenden Leistungen gelang ihm dies auch sehr gut und er konnte sich über drei Siege in Folge freuen. Die Serie wurde durch Niederlagen in den Runden 5 und 6, letztere nach einem komplizierten Springerendspiel, unterbrochen. Dank eines Sieges in der Abschlussrunde verbuchte er 4 Punkte und erreichte damit den 54. Platz in der Tabelle und einen DWZ-Zuwachs von voraussichtlich 27 Punkten, angesichts des erwähnten Handicaps eine äußerst beachtliche Leistung.

... Sxd4! führt zum Sieg von Schwarz. Wie?Für Oskar lief das Turnier leider gar nicht gut. Runde 1 gegen die Startnummer 13 war erwartungsgemäß eine Lehrstunde. In Runde 2 hatte er eine komfortable Mittelspielstellung, musste in Zeitnot aber einen Schwerfigurenabtausch akzeptieren, der ihn in ein verlorenes Endspiel brachte. Auch Runde 3 endete mit einer überraschenden Niederlage. Die Runden 4 und 5 konnte Oskar erwartungsgemäß für sich entscheiden, doch in Runde 6 ereilte ihn wieder Pech. In gedrückter Stellung fand er ein äußerst kreatives und sehenswertes Springeropfer und zwang seinen Gegner zu einem Unentschieden durch Zugwiederholung. Die spätere Analyse zeigte allerdings, dass er eine vierzügige Mattwendung ausgelassen hatte und damit einen halben Punkt verschenkte. Durch ein weiteres Remis in der Abschlussrunde erzielte Oskar zwar insgesamt drei Zähler, wird aber dennoch deutlich DWZ-Punkte verlieren.

Ich kam erstmals bei einem Wochenendturnier in den Genuss, in der oberen Hälfte zu starten und in Runde 1 gegen einen nominell schwächeren Gegner zu spielen. Allerdings war mein zwölfjähriger Kontrahent mit seinen 1200 DWZ-Punkten eine echte Herausforderung; erst im Turmendspiel machte er Fehler, die mir zum Sieg verhalfen. Weitere Punkte konnte ich durch ein Remis in Runde 3 und einen Sieg in Runde 4 einheimsen. Die Niederlagen in Runde 2 und 5 gegen die stärksten Gegner in meiner bisherigen Laufbahn – beide um 2100 DWZ-Punkte – waren weder unerwartet noch tragisch. Die Partie in Runde 6 allerdings lässt sich nur durch den Begriff "Blackout" erklären: Erst wählte ich eine Eröffnungsvariante, die mir nicht geläufig ist, dann beurteilte ich eine taktische Abwicklung falsch und zu guter Letzt stellte ich noch zweizügig einen Turm ein. Einfach nur gruselig und ich rede mich jetzt mal mit der Anstrengung der Doppelrunde heraus. Dank eines Remis in der Abschlussrunde kann ich mit dem Turnierergebnis von 3 Punkten dennoch zufrieden sein.

Für die teilnehmenden Spitzenspieler verlief das Turnier ohne besondere Überraschungen. Der an Platz 1 gesetzte IM Daniel Hausrath konnte das Turnier durch einen Start-Ziel-Sieg mit sechs Punkten für sich entscheiden. IM Thomas Henrichs erreichte zwar ebenfalls sechs Punkte, musste sich aber aufgrund der schlechteren Feinwertung mit dem zweiten Platz begnügen. Eine tolle Leistung zeigte der an Platz 12 gesetzte Martin Molinaroli vom Schachklub Münster 32. Mit "nur" 2261 DWZ-Punkten erkämpfte er sich den dritten Platz und verwies GM Felix Levin auf den nachfolgenden Rang. Die vollständige Rangliste des Turniers findet sich hier.

Bei jedem Turnier, an dem ich bisher teilgenommen habe, klingelten trotz entsprechender Ermahnungen der Schiedsrichter Mobiltelefone. Diesmal "erwischte" es kurioserweise einen Internationalen Meister: Karl-Heinz Podzielny hatte eine gedrückte Stellung und befand sich in höchster Zeitnot, als sein Telefon "Laut gab". Trotz seiner Proteste wurde er von Schiedsrichter Steffan Uhlenbrock konsequent "genullt" und musste alle Hoffnung auf einen Platz auf dem Siegertreppchen aufgeben.

Das OsterOpen in Oberhausen war wieder ein rundherum lohnenswertes Turnier mit spannenden Kämpfen, lehrreichen Analysen und interessanten Gesprächen. Fotos, die einen Eindruck vom Turnier wiedergeben, sind hier zu finden. Mein einziger Kritikpunkt an der Veranstaltung gilt der seltsamen Regelung, ELO-lose Spieler hinter allen Spielern mit einer ELO-Wertung einzureihen, statt aus ELO- und DWZ-Wertung eine Turnierwertungszahl zu bilden. Hierdurch wurde die Idee des Schweizer Systems einige Male durchbrochen und es kam zu "überraschenden" Paarungen.

PS.: Liebe Ehefrauen, Freundinnen, Kinder, Schwiegereltern und sonstige Angehörige, ich bitte für die einleitenden ketzerischen Worte vielmals um Entschuldigung. Selbstverständlich waren sie nicht ernst gemeint. Wir freuen uns natürlich sehr über die Gemeinschaft mit euch und haben es zutiefst bedauert, an diesem Osterfest abwesend gewesen zu sein.

(Stefan Christen, 15.04.2012)

Hünxer Gemeindemeisterschaft 2012

Endstand

Folgende Turnierteilnehmer konnten sich Titelplätze erspielen:

Hierbei ist anzumerken, dass sich Marvin Kohlmann trotz möglicher Zuordnung zur Jugend lediglich für das Seniorenturnier einschrieb.

Ich hoffe allen Teilnehmern hat die diesjährige Gemeindemeisterschaft beim TV Bruckhausen gefallen und würde mich freuen euch nochmals am 01.07.2012 10:00 Uhr in den gewohnten Spielräumen zur Pokalverleihung begrüßen zu dürfen.

Die Offene Hünxer Gemeindemeisterschaft 2013 wird im Folgejahr tonusgemäß beim SC Freibauer Hünxe ausgetragen.

(Steffan Uhlenbrock, 07.07.2012)

NSV-Blitzeinzelmeisterschaft

Starkes Blitzturnier vor heimischer Kulisse

Die Verbandsmeisterschaft im Blitzschach fand in diesem Jahr erstmalig in Wesel statt. Das Turnier war mit 34 Teilnehmern gut besetzt und die Organisation klappte reibungslos.

Sportlich rissen die Weseler Teilnehmer keine Bäume aus und landeten alle in der unteren Tabellenhälfte. Am stärksten spielte Mickey Lucaßen, der einige Punkte durch Zeitüberschreitung vergab und auf Platz 23 etwas unter Wert geschlagen wurde.

Turniersieger wurde Guido Heisel vom PSV Duisburg. Die weiteren Qualifikationsplätze für die NRW-Meisterschaft sicherten sich Marcel Harff (Sgem. Hochneukirch), Moritz Schaum (SF Erkelenz) und Eugen Heinert (OSC Rheinhausen).

Der Turniersaal war von Holger May und der Jugend bestens vorbereitet. Der Obst-Absatz war zwar gering, aber Kaffee und Cola spülten einige Einnahmen in die Getränkekasse. Dank allen Helfern, besonders an Angelika Dimmek.

(Thomas Dickmann, 11.03.2012)

NSV-Blitzmannschaftsmeisterschaft

Wieder mal musste der SV Wesel auf der Verbandsblitzmannschaftsmeisterschaft in Düsseldorf ohne konkurrenzfähiges Team auskommen. In der Besetzung Braun, Szczepanski, May, Dimmek an Platz 20 (von 20) gesetzt machten wir uns aber doch auf, ein paar übermächtige Gegner zu ärgern. Besiegen konnten wir letztendlich nur die direkte Konkurrenz um die rote Laterne vom DSK III, was uns am Schluss den 19. Platz bescherte. Punktlos blieb niemand von uns, doch Weseler Topscorer wurde mit einer starken Leistung deutlich Uli Dimmek, der an Brett 4 rund 40% holte. Aus unserer Sicht Höhepunkt des Turnieres war der beinahe Punkterfolg (leider doch nur ein 1,5:2,5) gegen die dominierende Mannschaft vom SG Solingen, die mit einem DWZ-Schnitt von 2365 auch an 1 gesetzt war.

Solingen gewann souverän mit 36:2 Mannschaftspunkten vor den ersten Mannschaften vom Elberfelder SG, PSV Duisburg und SV Dinslaken. Diese vier Mannschaften haben sich somit für die NRW-Blitzmannschaftsmeisterschaft qualifiziert.

(Oskar Braun, 30.01.2012)

Silberner Turm

Im PDF-Format

(Dirk Stoppacher, 13.02.2012)

Weiter zu den Turnierberichten aus 2012  2011  2010  2009  vor 2009

© 2003-2017 Schachverein Wesel 1928 e.V.   |   Impressum & Disclaimer   |   Zurück zum Seitenanfang