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London Chess Classic 2011 - ein Reisebericht

Wie kann man nur auf die Idee kommen kann, sich nach viermonatiger Vereinsmitgliedschaft als Lohberger Bezirksklassenspieler mit DWZ 1525 nach London zum Kräftemessen aufzumachen?

Dieser Bericht soll eine Antwort liefern, wobei ich mich zugleich den Weselern Schachfreunden persönlich vorstellen möchte. Dort kennt man mich als Teilnehmer der letzten beiden Stadtmeisterschaften, der seine Gegner mit seiner bis zum Ende ausgeschöpften Bedenkzeit weit nach Mitternacht schon mal zur Verzweiflung brachte. Zugleich möchte ich Schachfreunde anregen, selber mal ein Turnier mit einer Städtereise zu verknüpfen. Dabei kann ich versichern, dass auch eine niedrige DWZ und ein grottiges Resultat den Genuss nicht schmälern müssen.

Es begann Anfang November mit einer eher beiläufigen Frage meiner besseren Hälfte bei der Planung vorweihnachtlicher Termine: "Wann bist du denn wieder in London?" "Wieso?" "Du guckst doch bestimmt wieder deine komische Truppe?!" "Naja, die spielen am 10. Dezember, ich weiß noch nicht..." "Ach, mach mal, da hängste doch dran..."

Sie würde nicht mitkommen, das war klar. Alle Stücke, die über vier Minuten gehen, sind ihr äußerst suspekt und Synthesizer in der Rockmusik für sie schlicht überflüssig. Deshalb gehen solche Bands wie Hawkwind in ihren Ohren nun mal gar nicht. Für mich ist die Band nicht nur eine Spezialvariante des musikalischen Hippietums, sondern auch Ausdruck eines Lebensgefühls, das aufkam, als ich aus meiner kleinen Welt aufbrach. Das war Anfang der 70er - und Schach gehörte zum Aufbruch dazu.

Ich stamme aus einem kleinen Dorf und es gab dort für uns Kids nur wenig Abwechslung. Kein Handy, kein Internet, keine Playstation. Der Fernseher lieferte lediglich drei Programme So mussten wir unser Programm selber stricken. Wir bauten im Wald Buden und spielten Fußball, Fußball und nochmals Fußball. Zunächst bei jedem Wetter, später wenn es nicht regnete und noch etwas später nur bei schönem Wetter.

Die Zeit zwischen dem schönen Wetter musste ausgefüllt werden. Da half die Musik. Wir hörten alles, was sich nicht wie Volksmusik anhörte. Je härter, desto besser. "Deep Purple in Rock" kam heraus und war der Knaller, ebenfalls die Mucke von Black Sabbath, Led Zeppelin, The Who und, 1972, der einzige kommerzielle Hit von Hawkwind: "Silver Machine".

Und wir begannen zu spielen. Zunächst Mühle, dann Dame. Ich erinnere mich noch ungern, wie einige mit Schachspielen anfingen. Dame war langweilig geworden, Schach war spannender. Und komplexer. Ich verstand nicht, wie die Figuren ziehen, wann geschlagen wird, warum Schlagen gerade jetzt nicht geht und überhaupt, warum mein König matt sein sollte - ich wollte nicht so recht an das Spiel heran.

Wenn ich bei schlechtem Wetter nicht Trübsal blasen wollte, musste ich da durch. Akzeptieren, dass ein paar Jungs die Regeln besser kannten, mehr als den nächsten Zug bedachten. Wir waren Autodidakten, hatten niemanden, von dem wir es lernen konnten, keinen Verein im Dorf, der uns eine Heimstätte bot. Umso erstaunlicher, dass fünf Spieler unserer Dorftruppe das Gerüst eines neugegründeten Vereins im Städtchen bildeten und mit der 1. Mannschaft Anfang der 80er Jahre den Aufstieg aus der Bezirksliga in die Verbandsklasse schafften.

Für mich war da das Ende als aktiver Vereinsspieler erreicht. Andere Interessen traten in den Vordergrund. Erst im Herbst vorletzten Jahres hatte ich wieder Gefallen am Schachspiel gefunden. Die gut organisierte Weseler Stadtmeisterschaft und die netten Gegenspieler, die mir auch schon mal einen Punkt überließen, haben dazu geführt, dass ich nicht Nein sagen konnte, als mich vor einigen Monaten Ali Acabuga anrief. Dringend wurde ein achter Mann für die Mannschaft der Schachfreunde Lohberg gesucht. So führte der Weg zurück ins Schachleben.

Mitte November hatte ich dann den Flug und das Hotel gebucht. An ein Schachturnier in London habe ich nicht gedacht. Als ich zufällig in der Rochade davon las, war mein Interesse geweckt. Flugs auf der Homepage nachgeschaut und überrascht festgestellt, dass ein Rapidplay-Turnier genau an dem Wochenende ausgetragen wird, an dem ich in London weile. Kurzentschlossen kaufte ich im Internet ein Ticket für das Hawkwind-Konzert am Samstag und begann mit der Anmeldung für ein Rapidplay-Turnier am Sonntag.

Zur Auswahl standen vier sections: Open, U170, U145, U120. Tja, da war erstmal Ratlosigkeit angesagt. Die Internetrecherche ergab, dass 8 x englische Wertungszahl + 600 eine DWZ ergibt. Flugs nachgerechnet wären dann ein U120-Turnier für Schachfreunde mit einer Spielstärke bis DWZ 1560, U145 für Spieler mit einer DWZ bis 1760 und U170 für Spieler mit einer DWZ bis 1960. Ich ordnete mich ins U145-Turnier ein, (was schon etwas anmaßend war, aber ich wünschte mir für den Lerneffekt stärkere Gegner) und schloss die Anmeldung mit der Zahlung der Startgebühr von ca. 20 Euro ab. Leider war irgendetwas schiefgelaufen. Auf der Anmeldebestätigung stand OPEN. Aber das würde sich sicher vor Turnierbeginn klären lassen.

Am Samstag, 10. Dezember, ging es dann von Weeze aus los. Endlich mal Glück gehabt mit einem schönen Einzelzimmer für kleines Geld in der Nähe des Hyde Parks, zentral und nicht weit von den Spielstätten gelegen, dem "O2 Shephards Bush Emprire" für die Musik- und dem "Olympia Conference Centre" für die Schachfreunde.

Beim vor-dem-Konzert-Bier fiel mir ein, wie sehr mich eine bestimmte Art von Musik und das Schachspiel geprägt haben; beides auf eine gute Weise und beides begann vor 40 Jahren. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich 2011 in London ein Hawkwind-Konzert sehen UND am nächsten Tag dort ein Schachturnier spielen würde - nee, nie und nimmer, da hätte ich eine Kiste Cola drauf gewettet - und wie immer verloren, wie beim Elfmeterschießen.

Hawkwind präsentierte in den 1970ern eine bisher nie dagewesene Mischung aus harter, elektronisch beeinflusster Rockmusik, Rocker-Hippietum mit Hang zur Anarchie, Science-Fiction und Fantasy (Wikipedia). Das war auch bei diesem Konzert nicht viel anders. Die Stimmung war gut, das Bier auch und bei den Zugaben sangen alle begeistert mit. Aufgekratzt wanderte ich zur Hotelbar zurück, trank noch ein Absackerbier und legte mich totmüde ins Bett.

Der Turnierstart war für 10.30 Uhr vorgesehen, schon eine Dreiviertelstunde vorher stand ich vor dem Gebäude. Der Spielsaal war in der 3. Etage. Die meisten Turniere (Weekender, Rapidplay, Frauen-Einladungsturnier) fanden in der East Hall statt, einem riesigen Raum, der wie ein überdimensionierter Kellerraum mit erhöhter Decke aussieht. Der Teppich dämpfte nicht nur die Geräusche, sondern verbesserte das Ambiente, ebenso die rund 300 aufgebauten Schachspiele. Viel war noch nicht los und ich beschloss, mich erstmal über meinen Startplatz schlau zu machen.

Die ausgehängten Listen bestätigten meine Ahnung. Ich war für das Open registriert, nicht für U145. Das zu ändern wäre sicherlich kein Problem gewesen, schließlich meldeten sich noch unverdrossen Teilnehmer an. Ich beschloss, ohne eine Ahnung davon zu haben, wie stark das Teilnehmerfeld im Open sein würde, meine Anmeldung so zu belassen.

Allmählich füllte sich die East Hall. Ich schlenderte durch die angrenzenden Räume, in denen weitere Turniere gespielt wurden. Highlight war das Großmeisterturnier, das mit den Nummern 1-4 der Weltrangliste bestückt war. Hiervon bekam ich nichts mit, weil ich extra Eintritt hätte zahlen müssen und schließlich wollte ich auch selber spielen. Allerdings konnte ich den Kommentarraum besuchen, wo GM Michael Adams die laufenden Partien analysierte.

Alles war bestens organisiert, zumindest konnte ich für mein Rapidplay-Turnier nichts Negatives erkennen. Die Runden wurden pünktlich begonnen, dazwischen hingen die Auswertungen und neuen Paarungen ortsnah an Stellwänden. Für die Partien wurden 30 Minuten Bedenkzeit je Spieler eingeräumt. Zwischen den insgesamt 6 Runden gab es eine viertelstündige, nach der 3. Runde eine halbstündige Pause.

In der 1. Runde traf ich auf den Dänen Flemming Hundeboll (Elo 2143). Mit Weiß kam ich gut ins Spiel, stand wohl deutlich aktiver, doch konnte Schwarz im Mittelspiel die Drohungen entschärfen und es sah lange nach einer Remisstellung aus. Aber die Bedenkzeit war nun mal eng begrenzt und das ist zumeist für mich ein arges Problem. Als mir nur noch zwei Minuten zur Verfügung standen, beschloss ich, ein riskantes Qualitätsopfer zu wagen, um eine Entscheidung zu erzwingen, was mir auch gelang. Allerdings zu meinen Ungunsten. Zumindest war ich nach der Partie frohen Mutes, mithalten zu können, was sich zum Glück erst recht spät als Irrtum herausstellte.

In der zweiten Runde traf ich mit den schwarzen Steinen auf FM Sunil Weeramantry (Elo 2183) aus Sri Lanka. Er war Mannschaftsführer der Nationalmannschaft bei der Schacholympiade 2008 in Dresden gewesen und brachte es in seiner besten Zeit auf Elo 2330. Wieder konnte ich gut mithalten, die Eröffnung lag mir, und so gelangten wir ins Mittelspiel, wobei beide Seiten einen Aufmarsch mit den Schwerfiguren am Damenflügel vornahmen. Es gelang mir, die Stellung geschlossen zu halten, allerdings kippte die Partie, als ich wieder in Zeitnot geriet und glatt einen Bauern einstellte und schließlich verlor.

Als ich die dritte Runde mit Weiß gegen den Griechen Athanasios Siozus (Elo 1869) begann, ahnte ich noch nicht, dass meine stärksten Spiele hinter mir lagen. Ohne in Zeitnot zu geraten wurde ich glatt überspielt. Immerhin hatte ich so, auch durch die verlängerte Pause, etwas Zeit gewonnen, um mich im Turniersaal und den Nachbarräumen umzuschauen.

Im Foyer saß Ex-Weltmeister Garri Kasparow und signierte seine Bücher für Kaufwillige. Interessiert schaute ich dem Treiben zu. Es hatte sich eine bestimmt 70-80 m lange Schlange gebildet, die in den nächsten zwei Stunden nicht abreißen sollte. Kasparow nahm die Signierwünsche geduldig entgegen, schrieb und schüttelte dann mit einem professionellen Lächeln die Hand des Käufers, begleitet vom Klicken der Kameras, mit denen Umstehende das Ereignis festhielten. Als besonders schön empfand ich es, dass er sich Zeit für Kinder nahm und sich mit diesen unterhielt. Ich kann mir lebhaft vorstellen, welchen lebenslangen Eindruck Gespräche mit dem Ex-Weltmeister bei den Kindern hinterlassen.

Über meine Gegner ab der 4. Runde konnte ich im Nachhinein nicht mehr viel in Erfahrung bringen. Zunächst spielte ich mit den schwarzen Steinen gegen Cyrill Chua, der gleich viel Druck aufbaute und schließlich meine Stellung sturmreif schoss - wieder eine Niederlage.

Aufgrund der ungeraden Teilnehmerzahl hatte ich das Pech, in der 5. Runde ein Freilos zu erwischen. Statt einen kampflosen Punkt zu gewinnen, hätte ich die Partie lieber ausgefochten. Erst spät und als alle Uhren schon längst liefen, begriff ich, dass der Herr, der an Board 14 wartete, vom Veranstalter geschickt war, um mir (oder uns?) ein "friendly game" zu ermöglichen.

Ziemlich überrascht, doch noch ranzumüssen, litt zunächst meine Einstellung zum Spiel. Der Gegner, wer das auch immer war, zog schnell und gut mit den weißen Steinen und hatte bald die bessere Stellung. Nur mühsam gelang es ihm, ein stetes Gähnen zu unterdrücken. Diese Haltung animierte mich zu einem Einstellungswechsel: So einfach wollte ich die Partie nicht abschenken! Es gelang mir, etwas Druck aus der Stellung herauszunehmen und den Damenflügel dicht zu machen. Als nach einem Bauernverlust die Stellung einbrach, schob ich ein Bauernopfer nach und machte auf den halboffenen g- und h-Linien Druck mit meinen Türmen. Es waren Schwindelversuche, aber immerhin nahm er sich nun Zeit für unsere Partie. Dann war diese bei mir abgelaufen.

In der 6. Runde spielte ich mit den weißen Steinen gegen L. Kedar schnell und angriffslustig. Die rechte Einstellung fehlte und so war mein Spiel "Kraut und Rüben". Da mein Gegner aber ähnlich spielte, zog sich die Partie in die Länge und endete schließlich mit einer vermeidbaren Niederlage. Immerhin war ich froh, dass mein hypernervöser Gegner sich nicht den kleinen Finger während unserer Partie abgebissen hat. Sollte sich da bei ihm nichts ändern, dürfte das aber spätestens im nächsten Jahr der Fall sein.

Beim Londontrip stand nicht das sportliche Ergebnis, sondern der Spaß im Vordergrund. Den hatte ich eindeutig an diesem Wochenende. Sightseeing, Shopping, ein tolles Konzert und ein prima organisiertes und besetztes Schachturnier mit zumeist für meine Verhältnisse gut gespielten Partien sorgten für einen schönen Ausflug.

(Jürgen Krull, 18.01.2012)

SBKW - Blitzmannschaftsmeisterschaft

Die BBMM gewann Dinslaken vor Kamp-Lintfort und Wesel 1 (Schlette, Dimmek, Rosenberg, Braun). Diese drei Teams qualifizierten sich damit für die Verbandsblitzeinzelmeisterschaft, die voraussichtlich Ende Januar stattfinden wird. Für Wesel 2 (Dickmann, Szczepanski, Christen, Adler, Rama) blieb nur der 5. und letzte Platz.

(td, 05.11.2011)

St. Martins-Turnier der Senioren

Beim vereinsinternen Sankt Martins Turnier der Senioren gab es in diesem Jahr 14 Teilnehmer, die in zwei Vorrundengruppen gegeneinander antraten. In der A-Gruppe führte lange Karl Trueson, wurde aber noch von Christoph Krebel abgefangen. In der B-Gruppe musste kurz vor Schluss der dominierende Ulrich Dimmek terminlich bedingt aus dem Turnier ausscheiden, so dass Volker Hemme-Unger vor Berthold Plischke die ersten Plätze belegen konnten. In den Finalspielen der Gruppensieger setzte sich Christoph Krebel durch, Karl Trueson sicherte sich Platz 2. Ein besonderer Dank gilt allen Kuchenspendern und den engagierten Heinz Görtzen, Florian Ebbers und Oskar Braun, die die Vorbereitung und die Bewirtung übernahmen.

(Mirko Kupinski, 13.11.2011)

SBKW - Blitzmannschaftsmeisterschaft

Die BBMM gewann Dinslaken vor Kamp-Lintfort und Wesel 1 (Schlette, Dimmek, Rosenberg, Braun). Diese drei Teams qualifizierten sich damit für die Verbandsblitzeinzelmeisterschaft, die voraussichtlich Ende Januar stattfinden wird. Für Wesel 2 (Dickmann, Szczepanski, Christen, Adler, Rama) blieb nur der 5. und letzte Platz.

(td, 05.11.2011)

Münsterland-Open

In der letzten Oktoberwoche habe ich am Münsterland-Open in Senden teilgenommen. Das herrliche Wetter erlaubte ausgedehnte Spaziergänge, die nicht nur mir, sondern auch noch (mindestens) zwei weiteren Schachkollegen jeweils eine Schuhsohle – genauer: das ganze Schuhpaar – kosteten. Die super-gute Stimmung beim Frühstück im Hotel (es saßen tatsächlich vier Schachspieler an einem einzigen Tisch; an vier weiteren Tischen saßen auch jeweils einzelne Schachspieler) war geprägt von sachlich-ernsten wie locker-heiteren Analysen der Vortagspartien und mancher Anekdote aus den Schachleben der Frühstückenden. Den Organisatoren gelang es, für gute Rahmenbedingungen, eine positive Atmosphäre in der Steverhalle und damit für einen reibungslosen Turnierverlauf zu sorgen.

Die sportlichen Ziele, die ich mir gesetzt hatte, konnte ich verwirklichen. Die angestrebten 50% habe ich mit 5 aus 9 leicht übertroffen: So sprang Platz 35 heraus, was gegenüber dem 48. Startplatz gut ist; die im vergangenen Jahr ins Bodenlose abgestürzte DWZ-Zahl kletterte wieder 20 Punkte nach oben, und die ELO-Zahl behielt vorne die 2. Der Wunsch, einmal ganz vorne mitzuspielen, ging gleich in Runde 1 in Erfüllung, in der ich gegen Karl-Heinz Podzielny gelost wurde.

Für diesen Bericht habe ich mir Partieabschnitte ausgesucht, bei denen die Entscheidung über Sieg, Remis oder Niederlage irgendwie von außerhalb des Gehirns zu kommen schien. Da erfolgten Züge, über die man im Nachhinein sich wundern, lachen oder nur den Kopf schütteln kann. Wie die Auswahl zeigt, scheint es in diesem Punkt aber auch wiederum so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit zu geben.

(Christoph Krebel, 01.11.2011)

Voerder Stadtmeisterschaft

Mirko Kupinski gewann die offene Voerder Stadtmeisterschaft, die als offenes Turnier im Schnellschachmodus ausgetragen wurde, vor Christian Kaufung und Martin Witthans vom Gastgeber Turm Spellen.

(td, 08.10.2011)

XXII. Gocher Open

Goch 2011: Stefan ChristenDas Gocher Open lockt jedes Jahr eine ganze Schar von Spielern aus Wesel an und dieses Mal fanden sich sogar 9 Teilnehmer aus unserem Verein, die entweder jeden Tag anreisten, oder direkt in Goch übernachteten, um morgens fit und ausgeschlafen am Brett sitzen zu können: Stefan Christen, Thomas Dickmann, Sebastian Kohl, Holger May, Krzysztof Szczepanski, Avdi Rama, Marcus Dehn, Christoph Krebel und ich (Oskar Braun).

An der Spitze der Teilnehmerliste standen der französische Großmeister Sebastien Mazé, der lettische GM Normunds Miezis, GM Lev Gutman und der Internationale Meister Karl-Heinz Podzielny, gefolgt von den Fide-Meistern Klaus Gawehns und Helge Hintze, sowie zwei weiteren Spielern mit Elo über 2300. Das eine oder andere Open hat zwar schon mehr Titelträger gesehen, dafür wurde das in Goch wett gemacht durch das unheimlich starke Feld das dahinter kam.

Sebastian wunderte sich zum Beispiel, dass er mal eben im letzten Fünftel der Setzliste stand.

Doch er nahm sich vor, auf seinem ersten Open gutes Schach zu spielen und das ist ihm gelungen. Regelmäßig hatte er vorteilhafte Stellungen, auch gegen stärkere Gegner, die er leider nicht immer gewinnen konnte, wohl auch weil durch seine langen Partien nach und nach die Erschöpfung dazu kam. Mit 2,5 aus 7 war er nicht ganz zufrieden, aber er zeigte, dass er noch viel Luft nach oben hat. Nicht nur bei ihm war die Chancenverwertung das größte Problem, auch Thomas tat sich damit schwer. Dennoch erzielte er mit 4 aus 7 und einer DWZ-Leistung über 2000 ein gutes Ergebnis. Höhepunkt des Turniers war bei ihm die Zweitrundenpartie gegen GM Mazé, in der er sich nach einer schwachen Eröffnung 70 Züge lang zäh verteidigt hat, um dann im komplexen Turm-Läufer-Endspiel das Remis auszulassen. Doch auch der Großmeister griff hier 2 Mal fehl, wie die Computer-Analyse zeigte.

Fehlgegriffen hat auch Krzysztof das eine oder andere Mal, er spielte oft einfach viel zu schnell, holte sich aber trotzdem ordentliche 3 aus 7 und zeigte seinem rüde mit den Königsbauern anstürmenden Gegner in der letzten Runde, dass mit ihm immer zu rechnen ist.

Goch 2011: Avdi RamaAvdi startete mit 3 Niederlagen schlecht ins Turnier, erholte sich dann aber, gewann die nächsten 3 Spiele und landete mit 3 / 7 auf einem soliden Platz im Mittelfeld. Er hat sich manchmal für seine Stellungen einen Springer oder ähnliches mehr gewünscht, aber man kann nicht alles haben.

Holger sah das Turnier wohl vor allem als Eröffnungstraining an, er einigte sich mit seinen Gegnern oft nach erfolgreichem und starken Beginn auf ein Remis im Mittelspiel. 3,5 / 7 bei 5 Remis bedeutete für ihn, zusammen mit ein paar anderen Spielern, den inoffiziellen Titel des Remiskönigs.

Ich startete gut mit 2,5 Punkten aus 4 Spielen, konnte mein Niveau dann aber nicht mehr halten und hatte am Schluss 3 / 7 zu verbuchen, allerdings gegen recht starke Gegner. Ich habe Patzer erfolgreich vermieden, versuchte häufig, aktiv zu spielen - was manchmal gelang - konnte aber auch in einer ruhigeren Partie einem 2100er ein Remis abknöpfen. Insgesamt war ich mit meinem Schach zufrieden.

Stefan muss mit seinem Schach ebenfalls zufrieden gewesen sein, auch wenn es zunächst nicht danach aussah. Wie Avdi startete er mit 3 Niederlagen, holte dann 3 Siege und schaffte in der letzten Runde sogar noch ein Remis. Damit verpasste er knapp den Ratingpreis wegen der schlechteren Feinwertung und wurde Dritter in seiner Ratinggruppe. Sein Aufwärtstrend ist nicht zu stoppen!

Christoph spielte ebenso ein starkes Turnier, erzielte 4,5 / 7 und hätte bei einem anderen Punktesystem (in Goch: Remis 1 Punkt, Sieg 3 Punkte) sogar noch eine höhere Platzierung erreicht.

Doch wichtiger war: Er konnte mit einem wunderbaren Damenopfer den Preis für die schönste Partie des Turniers gewinnen und damit - nach den beiden Erfolgen von Thomas und Mickey in Longerich - zum dritten Mal innerhalb von 14 Monaten so einen Preis nach Wesel holen! Wir sind eben ein Verein von Ästheten.

Goch 2011: Marcus DehnBleibt nur noch über Marcus gutes Abschneiden zu berichten, aber das kann er selber am besten.

Es gab noch zwei Mannschaftspreise, die wir haarscharf verpasst haben. Marcus, Christoph, Thomas und Stefan waren unsere erfolgreichsten vier Spieler, doch am Schluss hat es knapp nicht für den zweiten Platz der Mannschaftswertung gereicht.

In der Einzelwertung wurde GM Mazé Dritter hinter IM Podzielny, der nach einer Zweitrundenniederlage eine furiose Aufholjagd startete und am Ende 6 / 7 zu verbuchen hatte. GM Miezis teilte nur ein Remis mit GM Mazé und besiegte in der letzten Runde mit Schwarz GM Gutman, was ihm den alleinigen ersten Platz nach einem starken Turnier sicherte.

Fazit: Goch ist auf jeden Fall eine Reise wert, die Spielbedingungen und das nette Drumherum sind genauso schön, wie die Gegend um den Turniersaal. Nächstes Jahr sollten wir in zweistelliger Zahl dorthin fahren und mindestens Mannschafts- und Schönheitspreis gewinnen!

(Oskar Braun)

Ausgezeichnete Bedingungen in Goch: 150 Teilnehmer , und das Wetter war diesmal fast zu gut, um konzentriert lange Partien zu spielen. Neben Thomas (Dickmann) wohnten diesmal Oskar (Braun) und Sebastian (Kohl) mit in unserer Stamm-Ferienwohnung in Goch-Asperden. Zwischendurch besuchten uns Kai-Uwe (Schiffer) und Martin (Weiter), jeweils für einen Abend.

Goch 2011: Christoph KrebelUnsere Ziele waren klar: Spannende Partien spielen, Rating-Punkte hinzugewinnen, lustiges WG-Zusammensein. Klappte alles:

Hatte mir vorgenommen, mit Weiss interessantere Partien als nach öden Damenbauernspielen zu bekommen. Also 4x 1.e4: u.a. Remis gegen FM Gawehns sowie gegen A.Roßkothen (ELO 2147) in der letzten Runde. In der 5.Runde verlor ich verdient, aber mit Gegenchancen, gegen den Turnier-Fünften Nils Czybik (2137). Alle drei Partien oben auf der Bühne gespielt, hat Spass gemacht.

Letztendlich kann ich mit Platz 12 zufrieden sein, aber war mehr drin.

Ein schachliches Highlight war sicherlich Thomas Partie gegen einen Großmeister:

Leider verpasste Thomas in der Partie, bei der man die 500 Punkte ELO-Unterschied nicht sah, die Gelegenheit gegen GM Mazé zu remisieren.

Oskar und Sebastian zeigten ebenfalls gehaltvolles Schach, und wir gewannen fast alle ELOs dazu:

Das Turnier gewann verdient GM Miezis (2534), der in der letzten Runde mit Schwarz in einer Kurzpartie GM Gutman auseinander nahm, vor Podzielny (2470).

Gutman fiel nicht zum ersten Mal durch fragwürdiges Verhalten auf, indem er seinem Gegner Miezis nicht zum Partiegewinn gratulierte.

(Marcus Dehn)
(td, 08.10.2011)

Traumhaftes Wochenende in Braunschweig 23.-25.9.11

Ein kleines, aber feines 5rundiges Turnier mit 41 Teilnehmern, inklusive GM Rausis,CZE ( DWZ 2496) und IM Olaf Heinzel (Dortmund, 2301), sehr gut geleitet von Herrn Helmold. Für mich begann es leidlich: 2 schnelle Siege gegen Schwächere, aber Niederlage gegen Michael Schnelting (DWZ 1994). Vielleicht lag's daran, dass Michael 2 Stunden vor uns die Hotelbar verließ, während Marcus Dehn, Olaf Heinzel und ich noch bis ca. halb 2 örtliches „Wolters“ (bzw. Bit) tranken. Das „Mercure-Atrium-Hotel“ ist mit Sonderwochenendpreisen sehr zu empfehlen und wird weitere Schachveranstaltungen durchführen [ http://www.schach-info.de/turniere.html].

Marcus hatte am Samstag Abend 2,5/3 bei stärkeren Gegnern, und diesmal machten wir alle leicht übermüdet um 22 Uhr Schicht.

Und dann folgte für mich ein dreifach sonniger Sonntag: nach relativ leichtem Schwarz-Sieg gegen Boksinski (1930), der fast 30min zu spät kam, hatte ich noch 2h Zeit, bei ca. 27° die schöne Braunschweiger Innenstadt zu besichtigen, um danach, wieder mit Schwarz, ausgerechnet gegen Marcus zu gewinnen!

Also 4/5 und 4. Platz hinter Rausis(4,5) und Heinzel(4), die aber hochkarätigere Gegner hatten und gegeneinander ein Remis auskämpften, 3. war Reinecker(2216, 4/5). Das gab „nur“ 100 €, da ich als bester Senior (buchholzpunktgleich mit Porth) und Bester mit DWZ 1800-2000 eigentlich das 3fache erzielt hätte, aber leider gab's wie üblich nicht mal Doppelpreise.

Marcus hätte nach 3 / 4 noch Dritter werden können, wenn er nicht in der letzten Runde gegen mich (seinen Angstgegner?) gekommen wäre, so wurde er 11. und gewann einen Sachpreis. Bei jedem Ergebnis zwischen uns hätte man wohl von Absprache gemunkelt, aber wir haben gekämpft – s. Partie im Anhang! Dabei wäre ein Remis zwischen uns sogar noch lukrativer gewesen: 100€ + 50€ statt jetzt 100€ + Sachpreis.

- Der sehr sympathische, wohlbeleibte Olaf Heinzel, der die halbe deutsche und österreichische Schachwelt kennt – und mehr -, meinte trocken: „Wenn euer Brett 1 von Brett 6 geputzt wird, sollte der eigentlich den Verein wechseln“. Na, hoffentlich hab ich das jetzt nicht verbockt.

--- Braunschweig war und ist eine Reise wert ---

(Berthold Plischke, 26.09.2011)

Bezirkseinzelmeisterschaft

Platz 6 für Holger May, Platz 9 für Stefan Christen. Beide mit starker Leistung.

Qualifiziert zur NSV-Einzelmeisterschaft haben sich:

  1. Andreas Walter
  2. Konstantin Cebulla
  3. Martin ten Huf
  4. Johannes Westermann

Konstantin Cebulla setzte sich im Schnellschachentscheid gegen Martin ten Huf durch.

Johannes Westermann gewann kampflos im Schnellschachentscheid gegen Jurij Vasiljev.

Alle Informationen zum Turnier werden auch auf den Webseiten des Bezirks zur Verfügung gestellt.

(td nach Angaben von Steffan Uhlenbrock, 29.12.2011)

Simultan mit Sarah Hoolt

Deutsche Meisterin 2011: Sarah HooltZur Eröffnung erschienen Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (an ihrem Geburtstag), Karl Heinz Grossmann vom Stadtsportverband sowie Vertreter der lokalen Presse. Als Zaungast war u.a. IM Karl-Heinz Podzielny zu Gast, der an diesem Tag ebenfalls seinen Geburtstag feierte. Kurze Begrüßungsreden und Blumen für die Bürgermeisterin. Dann eröffnete Frau Westkamp mit dem ersten Zug die Veranstaltung.

Im Mittelpunkt stand nun der Auftritt der deutschen Meisterin, die gegen 35 Gegnerinnen und Gegner antrat. Der Kampf dauerte 5 1/2 Stunden und am Ende hatte die Meisterin 22 Partien gewonnen, 10 remisiert und 3 verloren. Ein Ergebnis, mit dem beide Seiten zufrieden sein konnten.

Für die Weseler Siege sorgten Sebastian Kohl, Oskar Braun und Philipp Neuhaus.

Ein Remis erspielten sich Jürgen Weischenberg, Berthold Plischke, Erwin Rudi, Mickey Lucassen, Marcel Ewald, Stefan Christen, Eda Orhan, Thomas Rosenberg, Maximilian Putzmann und Gastspieler Martin Herud (SV Recklinghausen).

Besonders bemerkenswert waren die Unentschieden der 12 bzw. 13 jährigen Maximilian Putzmann und Erwin Rudi. Auch der Sieg des Jugendsprechers Philipp Neuhaus ist erwähnenswert.

Ein ganz besonderes Lob für die tolle Organisation gebührt Jugendwart Holger May und der Jugend.

Ein paar Infos über Sarah:

(Matthias Trost & Thomas Dickmann, 12.09.2011)

Longericher Sommeropen 2011

In diesem Jahr fuhren wir zu dritt nach Longerich. Mickey und ich waren schon im Vorjahr dabei, Oskar kam neu hinzu.

Das Turnier war ausgebucht und Mickey hatte Glück, über einen Nachrückerplatz so gerade noch ins Teilnehmerfeld zu rutschen. Er bedankte sich mit einer ausgezeichneten Leistung, wurde insgesamt 8. und gewann mit 4 aus 5 einen Rating-Preis in der Gruppe DWZ <1900. Das Wichtigste war jedoch, dass er mit einer mutigen Angriffspartie gegen die sizilianische Najdorf-Variante den Schönheitspreis zum zweiten Mal in Folge nach Wesel holte. Mir persönlich hat seine strategisch sehr reife Partie aus der ersten Runde sogar noch besser gefallen als die belobigte, aber das ist natürlich Geschmackssache und wer in einem Turnier zwei tolle Partien spielt, hat den Preis auf jeden Fall verdient.

Daneben wirkten die Resultate von Oskar und mir ein wenig blaß, aber wir spielten auch gut mit und unsere Ergebnisse lagen genau im Rahmen der DWZ-Erwartung.

Ich verdarb mir ein besseres Resultat durch Eröffnungsexperimente und fand mich gegen starke Gegner in den für mich neuartigen Stellungsbildern nach 1.c4 zweimal nicht gut genug zurecht, um bestehen zu können. Immerhin hatte ich in beiden Partien sehr gutes Spiel, so dass für die Zukunft vielleicht Hoffnung besteht.

Oskar spielte anspruchsvolles Schach, ließ einige gute Chancen aus, überzeugte aber kämpferisch besonders in schlechteren Stellungen und rettete in der letzten Runde mit einem schwer erarbeiteten und etwas glücklichen Sieg noch sein Turnier.

(Thomas Dickmann, 15.08.2011)

Dortmunder Schachtage 2011

Zum 39. Mal fanden dieses Jahr in der zweiten Junihälfte die Dortmunder Schachtage statt. Dazu gehörte das Sparkassen Chess-Meeting, ein Turnier der Kategorie 20 mit 6 Top-Spielern - dieses Mal Georg Meier, Ruslan Ponomariov, Le Quang Liem, Hikaru Nakamura, Anish Giri und dem neunmaligen Sieger Wladimir Kramnik. Außerdem das Helmut-Kohls-Turnier mit 10 Titelträgern und dazu noch 2 Open: Das A-Open, das ab DWZ 1700 offen war und das B-Open bis DWZ 1900.

So man denn die Zeit dafür hat, finden die Open unter guten Bedingungen statt: 9 Runden an 9 Tagen, ohne Doppelrunden, Start war immer um 11 Uhr vormittags und wenn man fertig war, konnte man noch zu den beiden anderen Turnieren im Schauspielhaus gehen - bei denen die Partien erst um 15 Uhr begannen. Dort fanden immer 5 Partien auf der Bühne statt und man konnte sich mit Kopfhörern ins Publikum setzen, den Kommentaren der beiden Großmeister Klaus Bischoff und Sebastian Siebrecht lauschen und so noch kostenlos sehr gutes Schachtraining mitnehmen; als Open-Teilnehmer hatte man nämlich freien Eintritt.

Über 230 Spieler fanden sich für die beiden Open im Dortmunder Rathaus ein und auch ich versuchte mein Glück im B-Turnier. Als 34. der Setzliste gestartet nahm ich mir vor, um einen Rating-Preis zu kämpfen, da ich gerade so in die Kategorie DWZ <1700 gerutscht war. Nach einem schönen und schnellen Auftaktsieg hatte ich jedoch Durchhänger in den Runden 2 (ich konnte mit einem gesunden Mehrbauern gegen einen schwächeren Spieler nicht gewinnen) und 3 (nach einem Eröffnungsfehler wurde ich mangels kreativer Ideen von einem guten 1400er überspielt). 1,5 aus 3 gegen einen Schnitt von unter 1500 - ein schlechter Start.

Dann fing ich mich jedoch wieder und konnte in den nächsten 5 Runden 3 Siege gegen Schwächere und 2 durch Ungenauigkeiten in der Eröffnung begünstigte Remis gegen 1800er erreichen. Vor der letzten Runde war die Situation nun folgende: Ich musste gegen meinen dritten 1800er ran: Konnte ich gewinnen, so war mir ein Preis so gut wie sicher, bei einem Remis musste ich wegen meiner mäßigen Buchholz auf Schützenhilfe hoffen. In einer französischen Vorstoßvariante wählte ich mit Schwarz aus einer Fülle von Möglichkeiten allerdings wohl nicht immer die besten und mein Gegner schaffte es, mich in eine schwierige Stellung zu bringen. Pünktlich zu Beginn meiner Zeitnot fand er dann einen starken Zug, den ich zu schnell beantwortete, wonach ich mich gezwungen sah, eine Qualität aufzugeben und in ein Endspiel abzuwickeln. Er hatte noch 3 Minuten für seinen 40. Zug, ein Endspiel mit Doppelturm gegen Turm und Läufer auf dem Brett und vertiefte sich in die Stellung, um meine Verteidigung zu erschweren... Doch gerade als er sich für einen Zug entschieden hatte, lief seine Zeit ab!

Dieser Glücksfall brachte mich mit 6,5 aus 9 auf den 11. Platz der Gesamtwertung und den 2. meiner Ratinggruppe. Mit dem Ergebnis war ich natürlich zufrieden, mit meinem Schach nur zum Teil, aber das gehört eben auch mal dazu.

Das B-Open mit rund 130 Teilnehmern gewann der jugendliche DWZ-Favorit Julian Eigemann aus Porz souverän mit 8 Punkten vor Daniel Gefen vom SV Grünfeld (7,5) und 3 Spielern mit 7 Punkten.

Im A-Open mit 100 Spielern war IM Mikhail Zaitsev als einziger Titelträger und mit über 200 Ratingpunkten Abstand auf den Zweiten der Setzliste der unangefochtene Favorit und gewann auch sicher mit 7,5 Punkten bei 3 schnellen Remisen vor dem Belgier Glenn De Schampheleire (7) und 6 Spielern mit 6,5 Punkten.

Das Helmut-Kohls-Turnier wurde dominiert von dem 16-jährigen Niederländer Robin van Kampen, der sich mit 6,5 aus 9 seine letzte GM-Norm sicherte. Zweiter wurde der usbekische GM Mihail Saltaev (6) vor dem erst 14-jährigen deutschen FM Matthias Blübaum, der mit seinen 6 Punkten seine IM-Norm sogar noch um 1,5 Punkte übertraf.

Mit seinem deutlichen Sieg im Hauptturnier stellte Wladimir Kramnik einen neuen Rekord auf: Er hat das Sparkassen Chess-Meeting nun zum zehnten Mal gewonnen. Er erreichte aus 10 Partien 7 Punkte bei 5 Siegen und nur einer Niederlage. Stärkster Verfolger war der Vietnamese Le Quang Liem mit 5,5 Punkten und keiner einzigen Niederlage.

Mir haben die Dortmunder Schachtage sehr gefallen, die Open sind gut organisiert und es gibt einen täglichen eMail-Service für die Auslosungen und alle Partien. Es gab nur zwei Mankos: Anscheinend war nur eine Kaffeekanne für alle 230 Spieler vorhanden und der hohe Preis des A-Opens - wenn man nicht gerade Schüler, Student oder Rentner ist, bezahlt man 70 €. Der kostenlose Eintritt zu den beiden Top-Turnieren und der Live-Kommentar machen das aber wieder ein wenig wett und es lohnt sich wirklich, da mal auch nachmittags die eine oder andere Stunde zu investieren.

Hier noch die Links zu den Einzelergebnissen, Berichten, Partiendownload, etc:

(Oskar Braun, 01.08.2011)

Bericht aus Bad Bevensen 2011

Die 14. offene niedersächsische Seniorenmeisterschaft war wieder toll von Klaus Gohde organisiert.

Auch für mich hätte es ein tolles Turnier werden können, hätte ich nicht in der 9. und letzten Runde bis dahin ungeschlagen in Gewinnstellung gegen Niebling (DWZ 2053) einzügig einen Turm eingepatzt (s. Aufgabe). Dabei war mindestens ein Dauerschach und damit ein Ratingpreis absolut sicher. Tja, mein Kumpel aus Mülheim freute sich, dass weder er noch ich zur Siegerehrung bleiben mussten und wir daher viel früher nach Hause kamen.

Vorher war es super gelaufen. Nach 2 leichten Anfangssiegen bekam ich nur noch schwere Brocken: Runde 3 gegen Dr. Zunker (DWZ 2045) ½ mit klassischem Französisch, dann folgten 1,5 Punkte gegen 2 Fidemeister: FM Neese (2070) besiegte ich mit Weiß in der Naijdorfvariante und gegen FM Rahls (2165) hielt ich Remis im Damenendspiel mit Minusbauer. In Runde 6 ( Dümmke, DWZ 1968 ) gab es fast die gleiche Stellung wie in Runde 3: Remis. Es folgte ein weiteres ½ gegen den Usbeken Khodjabagyan (2015): besseres Endspiel, aber diesmal zuviel Respekt.

In der 8. Runde opferte ich gegen Ahlbergs (1935) Caro-Kann eine Figur, nach späterem Turmopfer mit Damengewinn für mich und weiterer Abwicklung stellten wir fest: D gegen 2 T, ½- ½.

Wann hab ich je so viele Remis gespielt ? Aber keines war ohne Kampf.

Trotz des Desasters am Ende gab es noch etwas Trost: 30. Platz von 199 Teilnehmern und immerhin ein DWZ-Plus von 44.

(Bert Plischke, 19.07.2011)

Grandiose Simultanvorstellung zum Abschied

Martin Valkyser verlässt unseren Verein in Richtung Essen, wo er schon seit geraumer Zeit lebt und nun auch eine neue sportliche Perspektive sucht. Er wird sich den Schachfreunden Katernberg anschließen, deren erste Mannschaft in der Bundesliga spielt.

Der SV Wesel verliert damit nicht nur seinen herausragenden Spieler, sondern auch einen treuen Freund, der das Vereinsleben der letzten 30 Jahre maßgeblich mitgeprägt und im Hintergrund viel zur Nachwuchsförderung beigetragen hat.

Einige sportliche Erfolge:

Zum Abschied trat Martin zum Simultan gegen alte Weggefährten und junge Talente an. Unter seinen 20 Gegnern befand sich nahezu eine komplette Verbandsklassen-Mannschaft. Für eine echte sportliche Herausforderung war also gesorgt.

Martin meisterte sie mit Bravour und hatte nach etwa 4,5 Stunden Spielzeit 13 Partien gewonnen, 5 Mal remisiert und nur gegen Mirko Kupinski und Uli Dimmek verloren.

Hier Martins Eindrücke zum Simultanspiel:

Dem Verein bleibt nur, sich herzlich für die schönen gemeinsamen Jahre zu bedanken und Martin bei der nächsten Jahreshauptversammlung die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen.

(td, 13.06.2011)

Osteropen 2011 in Oberhausen

Ostern 2011: Vier arbeitsfreie Tage, strahlend blauer Himmel und 27 Grad Celsius im Schatten. Was will man mehr? Klar, ein Schachturnier. Das zumindest dachten sich sieben Weseler Recken. Und so zogen André Algermißen, Oskar Braun, Mickey Lucaßen, Avdi Rama, Christian Schumann, Krzysztof Szczepanski und ich (Stefan Christen) zum OsterOpen nach Oberhausen, um herauszufinden, ob wir am Ende mit den glorreichen Sieben oder doch eher mit den sieben (Schach-)Zwergen verglichen werden würden.

Insgesamt 136 Teilnehmer fanden sich zum OsterOpen ein, darunter die Großmeister Daniel Fridmann, Vlastimil Hort und Felix Levin, die Internationalen Meister Daniel Hausrath und Karl-Heinz Podzielny und die FIDE-Meister Floris van Assendelft, Marcel Becker, Jürgen Kaufeld und Heiko Kummerow. Sie alle machten sich auf die Jagd nach Ruhm, Ehre und einen Hauptpreis von 1.000 Euro.

Für André begann das Turnier mit einem Geschenk ganz besonderer Art: Er durfte gegen GM Vlastimil Hort spielen. Und er machte auf dem Podest eine gute Figur; erst nach einem unvorsichtigen Springeropfer im 33. Zug musste André die Partie aufgeben. Ein Remis in Runde 2 und ein Sieg in Runde 3 sorgten für weitere Hochstimmung. Leider lief es für André danach weniger gut. Niederlagen in den Runden 4 bis 6 und ein Remis in der letzten Runde sorgten für eine Endplatzierung im letzten Drittel des Feldes.

Oskar erlebte in den ersten beiden Runden dieses Turniers die typische Unausgeglichenheit des Schweizer Systems: In Runde 1 war sein Kontrahent deutlich TWZ-stärker und siegte ungefährdet; in Runde 2 war seine Gegnerin deutlich schwächer, fand kein nennenswertes Gegenspiel und musste sich ihm geschlagen geben. Für Runde 3 wurde Oskar von Mickey beraten und entschied sich kurzfristig für eine ihm neue Eröffnung. Das sich ergebende positionell geprägte Spiel war ausgeglichen und endete mit einem Remis. Leider hatte Oskar in der folgenden Runde einen Durchhänger, was ihm die zweite Niederlage einbrachte. Auch in Runde 5 musste er sich geschlagen geben, weil ein riskanter Bauerngewinn seine Verteidigung zu sehr schwächte. Dafür konnte Oskar in der vorletzten Runde seinem Gegner demonstrieren, dass ein rein verteidigendes Spiel mitunter nicht ausreicht. Weil sein Kontrahent das eigene Angriffspotenzial nicht ausnutzte, gelang es Oskar, einen letztendlich tödlichen Königsangriff ausführen. Das Abschlussspiel war wenig aufregend, da Oskars Gegner recht schnell die Dame verlor. Insgesamt war Oskar mit seinen 3 ½ Punkten und – mit einer Ausnahme – konstanten Leistungen zufrieden.

Mickey hatte einen klassischen Fehlstart und fand sich nach drei Niederlagen in Folge am letzten Brett wieder. Dann aber schlug er zu und fuhr vier Siege nacheinander ein. Damit erreichte er nicht nur eine gute Endplatzierung, sondern auch noch einen Wertungspreis in der Kategorie bis 1850 TWZ-Punkte.

Avdi erlebte in diesem Turnier Gefühls-Wechselbäder. Oftmals stand er deutlich besser als sein Gegner und konnte seine Vorteile nicht ausnutzen. Andererseits schaffte er es aber auch, schlechtere Stellungen in ein Remis oder einen Sieg umzuwandeln. Am Ende reichte es für 2 ½ Punkte und einer etwas schlechteren Platzierung als erwartet. Wie das während des Turniers gemachte Foto zeigt, hat ihm die Veranstaltung trotzdem viel Spaß gemacht.

Christian konnte sich in der ersten Runde gegen seinen deutlich stärkeren Widersacher durchsetzen. Als Folge bekam er auch in den weiteren Runden TWZ-stärkere Gegner. Diese Herausforderung absolvierte er sehr gut. Zwar musste er sich seinen Kontrahenten in den Runden 2, 3 und 7 geschlagen geben, doch Remis in den Runden 4 und 6 sowie ein Sieg in Runde 5 sorgten für eine respektable Endplatzierung.

Auch Krzysztof durfte sich, ähnlich wie André, in Runde 1 an einem Top-Spieler versuchen. Sein Gegner war IM Karl-Heinz Podzielny. Geschickt wehrte Krzysztof den Angriff der weißen Figuren lange Zeit ab, konnte aber letztendlich kein Mittel gegen die erdrückende Offensive auf seinen Königsflügel finden. In Runde 2 errang Krzysztof einen relativ leichten Sieg und auch das Remis gegen einen deutlich stärkeren Gegner in der dritten Runde konnte ihn zufriedenstellen. Die vierte Runde musste er aus privaten Gründen kampflos aufgeben und auch Runde 5 endete mit einer Niederlage. Der TWZ-schwächere Gegner in Runde 6 brachte deshalb "nur" einen Pflichtsieg ein. Trotz einer dann noch folgenden Niederlage in der Abschlussrunde konnte Krzysztof mit seinen 2 ½ Punkten zufrieden sein.

Ähnlich wie Christian konnte auch ich von einem Sieg in Runde 1 gegen einen stärkeren Gegner profitieren. Bis zur letzten Runde bekam ich keine "Pflichtsiege" zugelost. Vielleicht hatten sich meine Gegner von meiner relativ niedrigen Wertungszahl zu sorglosem Spiel verleiten lassen, jedenfalls gelangen mir in den Folgerunden noch zwei Remis und ein weiterer Sieg. Mit dem Endergebnis von 3 Punkten war ich sehr zufrieden.

Als am Montagnachmittag die letzte Partie beendet wurde, hatten sich die Favoriten durchgesetzt: Vorjahressieger Daniel Fridmann, Daniel Hausrath und Felix Levin, die die diesjährigen Top-Favoriten waren, hatten sich mit relativ konstantem Spiel auch die ersten drei Podiumsplätze gesichert. Alle drei spielen für den Schachverein Mülheim Nord 1931, was in der Tabelle zu einem beeindruckenden Bild führte. Doch die Würze eines Turniers machen seine unerwarteten Wendungen aus. Das hat jeder von uns schon sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne am eigenen Leib erfahren. Und auch Spitzenspieler sind vor Überraschungen nicht geschützt, wie Vlastimil Hort an diesem Osterfest merken musste. Gesetzt auf Platz 4 leistete er sich in den Runden 3 und 5 "Ostereier" und musste das Turnier auf dem 12. Platz beenden. Die vollständige Ergebnistabelle ist auf der Turnier-Website zu finden.

Das OsterOpen in Oberhausen war ein sehr gut organisiertes Turnier mit entspannter und freundlicher Atmosphäre. Im Turniersaal war es angenehm ruhig. Zwei zusätzliche Räume boten genügend Gelegenheit für Spielanalysen, Blitzpartien und Gespräche. Spielergebnisse standen in kürzester Zeit im Internet zur Verfügung. Mein einziger Kritikpunkt gilt einem Kuriosum: Es gab einen Damenpreis – bei nur zwei teilnehmenden Spielerinnen! Und so lautet mein Fazit, dass, wenn man zu Ostern eine schachliche Herausforderung sucht, man dieses Turnier unbedingt in Erwägung ziehen sollte. Impressionen der Veranstaltung sind hier zu finden.

P.S.: Für alle diejenigen, die unter dem Stigma der späten Geburt leiden, sei gesagt, dass "Die glorreichen Sieben" ein hervorragender Western von 1960 mit Staraufgebot und einer stimmungsvollen Filmmusik von Elmer Bernstein ist.

(Stefan Christen, 01.05.2011)

Verbandseinzelmeisterschaft in Solingen

1. Runde

Typisch für die erste Runde, übermächtige Gegner. Jürgen gegen Brüggemann (Startnummer 9, Rheydter Schachverein, Regionalliga DWZ 1995) nach 5 Stunden und schweren Kampf 0:1. Mein Gegner war Meer Kuppermann ( Startnummer 8, Rheydter Schachverein, Bezirksliga, DWZ 2027). Ein gelungenes Remis mit einem vernünftigem Zeitmanagement in einer Stellung, wo ich nie schlechter Stand.

Egal welche Turniere wir spielen, es kommt immer zum Kampf Wesel: Rheydt.

Das gibt Hoffnung für den morgigen Kampf gegen Hünxe. Jürgen und ich setzen bei der VEM aus, um für die 3. Punkte zu holen, wir müssen ja nicht lernen.

3. Runde

Bekanntlich die zweite Runde hatten Jürgen und ich wegen des Kampfes der Dritten ausgesetzt. 3. Runde: wieder das Duell Rheydt – Wesel. Diesmal Vadim Bondarchuk (mit dem hatte ich noch eine Rechnung vom Post Open 2009 offen) DWZ 1961 gegen mich. Es läuft immer besser. Kalaschnikovmäßig einen schönen Punkt mit Schwarz geholt. Jürgen verlor leider nach unendlicher Spielzeit ein remisliches Endspiel gegen Jan Hobusch, SG Solingen 1898.

4. Runde

Das Ostermärchen geht weiter. Heute gegen Gehrmann, Elberfeld DWZ 1977, Verbandsliga, Die Eröffnung zu scharf gespielt, dabei hätte ich einen Bauern verlieren können. Aber er dachte, ich hätte das vorbereitet. Dann 10 Züge die Stellung repariert, bis ich leicht besser Stand. Remis angeboten und in Anbetracht seines Ärgers über seine verpatzte gute Stellung angenommen. Da habe ich heute Glück gehabt. Jürgen Weischenberg erkämpfte sich in einer 7-stündigen Partie ein verdientes Remis gegen Lars Drygaljo (OSC Rheinhausen).

5. und 6. Runde

Über Nacht das Schachspielen verlernt. Völliger Einbruch. Zunächst gegen R. Zahn sang- und klanglos verloren. Dann heute gegen Jürgen Weischenberg das Gleiche. Nun hat auch Jürgen (Freilos in der 5. Runde) mich in der Tabelle überholt. Es ist wir vor 2 Jahren in Essen, in einem Moment ist alles weg. Hoffentlich erhole ich mich bis Samstag, zur letzten Runde.

7. Runde

Nach den Einbrüchen in Runde 5+6 ging ich mit Muffesausen in die letzte Runde. Kann ich wieder Schach spielen oder nicht. Nach 6-stündigem Kampf gelang mir dann der volle Punkt gegen Drygaljo, OSC Rheinhausen. Das Turnier hatte ein glückliches Ende, gespielt habe ich es auf einem 1850er Niveau und wurde 15. von 22 (3:3, 50 %) mit allerdings nur 6 Runden.

Für Jürgen ging es nach Anfangsschwierigkeiten auch gut aus, er wurde 16.ter, auch 2+:3, Niveau 1695.

Es war ein schönes Turnier, schade nur, dass Solingen so weit ist.

(Holger May, 23.04.2011)

ChessOrg in Bad Wörishofen

Wörishofen hat was, nicht nur schachlich: Nie geahnte Kneipp-Anwendungen (heißer "Heusack" nachts 4:30 ins Bett), reichhaltige Sauf-, Fress-, Bade- und Wander-Landschaften, Tanztees (für 50+) u.v.m. - 129 Teilnehmer im gut besetzten Seniorenturnier, 200 im Open: 1.Platz GM Alexander Zubarev(2593), 2. GM Sergej Kasparov (2473), 3. die gutaussehende WGM Inna Gaponenko (2434, sie erfüllte eine Männer-GM-Norm), 6. IM Niclas Huschenbeth (2465) und etliche weitere GM, IM und FM.

Bei den den Senioren machten u.a. unserer altvorderes Mitglied Wolfgang Langhoff mit (4/9, Platz 83) und ich im Rahmen meiner 3wöchigen Kur: Nach leichtem Sieg in Runde 1 spielte ich bis Runde 6 zu unkonzentriert und unseriös (mit Glück 3 aus 6), obwohl ich auch gegen Starke gute Stellungen hatte. In Runde 7 – 9 lief's deutlich besser, vielleicht wegen früh­morgendlicher kalter Beinwickel statt Heusack und späteren (6:30!) "Wechsel-Schenkelgüssen" (heiß/kalt). Mit insgesamt 5,5 aus 9 und Platz 30 war ich dann doch zufrieden und dürfte wohl die DWZ 1900-Grenze erreichen (drüber wär allerdings schlecht wegen der Rating-Gruppen im nächsten Open).

"Nach Wörishofen fährt man zum Schächern und zum Schwofen" (die schärfere Variante dieses Abspiels traf weniger zu). Im nächsten Jahr beginnt's am 2. März – auch für Nicht-Kneipp­ianer und Nicht-Tänzer bestens geeignet!

(Berthold Plischke, 08.04.2011)

Ramada-Cup in Brühl

Vom Ergebnis eine Katastrophe, von der Spielweise allerdings nicht.

1. Runde Klöckner 1769, Morra-Gambit in einer Nebenvariante, einen Bock geschossen und kaputte Stellung. Dann gekämpft und in ein ungleichfarbiges Läufer-Turm-Endspiel mit eigenen Mehrbauern abgewickelt, aber die Zeit , remis. 2. Runde Drescher 1789 Dis Kasparov-Varianate im NI,,ihn in der Eröffnung völlig überspielt, aber die Zeit, in besserer Stellung remis. 3. Runde. Filipovic 1783 seltene Variante im GI, einen Fehler gemacht, dann durch Kampf wieder ausgeglichen und ein Remis-Trumendspiel versäbelt. 4.Runde van den Leyen 1502 Modernes Benoni, Gegner restlos platt gespielt, aber die Zeit, das Messer nicht gefunden, remis. 5. Runde Riefer 1761, N mit seltener Variante, ich verwechsel bereits im 7. Zug die Züge und stehe schlecht. Nach 20 Zügen ausgeglichen und dann unterläuft mir ein Bock. In allen Partien kam ich mit der Zeit nicht klar, sie war um 10 Minuten verkürzt. Die fehlten überall.

Mehr von Berthold, der hat überragend gespielt.

(Holger May, 06.03.2011)

Bericht 2 von der DSAM-Vorrunde 2011 in Brühl

Tolles RAMADA-Hotel ( Sauna mit Mineralwasser kostenlos, sonst Preise moderat ), trotz 368 bunt gemischten Teilnehmern tolle, nur leicht narrentolle Atmosphäre, sehr gute Organisation.

Da ich wegen zu hoher ELO-Zahl in der B-Gruppe spielen musste, wäre eine Qualifikation zur Deutschen (bis Platz 6) zu toll gewesen ( hätte wg. Ehegattin eh nicht hinfahren können ). Aber mit Platz 11 (von 68) und 3,5 aus 5 gegen durchweg starke Gegner konnte ich insgesamt zufrieden sein: DWZ 1831(1) – 1977(1) – 1968(0,5) – 2003(0) – 1946(1) , was einen Zugewinn von 43 DWZ-Punkten bedeutet.

So "überragend" wie Holger meint war's aber nicht: In Runde 2 fand mein Gegner, der klar im Vorteil war, in beiderseitiger Zeitnot denjenigen gutaussehenden Zug, der sofort verlor, und in Runde 4 stellte ich nach 7 Zügen eine Figur ein und konnte aufgeben.

Holger baute in der C-Gruppe in mühevoller Arbeit immer positionell gute Stellungen auf, für eine taktische Umsetzung fehlte ihm aber meist die Zeit.

Wer nächstes Jahr zu Karneval nichts vor und etwas Geld übrig hat, sollte sich dieses spannende Turnier gönnen! Und vielleicht kriegen wir dann 6 Weseler zusammen, was 6 Euro Startgeld pro Nase einspart.

(Berthold Plischke, 12.03.2011)

Rheinhausener Blitzmeisterschaft 2011

Nach einem Traumstart mit 4 aus 4 war ich alleiniger Tabellenführer, wurde nach einem heftigen Einbruch aber schnell wieder auf einen standesgemäßen 9. Platz durchgereicht. In Runde 5 gab ich gegen den späteren Turniersieger Sven Pröttel eine einfache Remisstellung auf, weil ich dachte sie sei hinüber und verlor darüber dermaßen die Fassung, dass ich die beiden folgenden Partien praktisch kampflos abgab. Der Rest war ein Wechsel aus Licht und Schatten.

Das Turnier ist auch für Berufstätige gut geeignet. Vier Stunden Blitzschach sind an einem Freitagabend machbar, starke aber nicht unschlagbare Gegner und eine angenehme Atmosphäre unter Freunden rundeten das Ganze ab.

(Thomas Dickmann, 05.03.2011)

Pokaleinzelmeisterschaft "Silberner Turm"

1. Runde

Richard Zahn hat das Glückslos erwischt und darf trotz seiner Niederlage gegen Martin Witthans im Viertelfinale des Silbernen Turms als "Lucky Looser" antreten... Holger May hat indes aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt vom Turnier erklärt wodurch Jurji Vasiljev kampflos ins Halbfinale einzieht und am Samstag nicht erscheinen muss... Die anderen müssen schon diesen Samstag wieder antreten... Partien gibt es nach der letzten Runde...

2. Runde

Die zweite Runde ist beendet, leider hat sich die Teilnehmerzahl auf 12 reduziert nach dem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen Holger May und dem Fehlbleiben von Michael Wilke. In der nächsten Runde am 12.02. werde ich nicht anwesend sein und Steffan Uhlenbrock wird die Aufgaben des Spielleiters übernehmen. Alle Ergebnismeldungen müssen deswegen auch an ihn gehen. E-Mail: 2.vorsitzender@sb-kw.de... Deswegen wünsche ich allen viel Erfolg und Spaß bei der dritten Runde...

3. Runde

Die dritte Runde des Silbernen Turms ist beendet, leider gab es wieder ein unentschuldigtes Fehlen, diesmal betraf dies den Weselaner Prof. Avdi Rama.. Das Finale bestreiten Thomas Zettl und Jurji Vasiljev, die restlichen Informationen wie immer im Anhang. Die letze Runde findet am 05.03 statt...

4. Runde

Der Silberne Turm ist beendet. Nach hartem Kampf setzte sich in der letzten Partie Jurij Vasiliev gegen Thomas Zettl durch.

(Mirko Kupinski, 06.03.2011)

Sparkassen-Cup Straelen

Team Wesel

Wir fuhren mit 28 Vereinsmitgliedern nach Straelen, davon die Hälfte Jugendliche. An dem Turnier nahmen 263 Schachspieler in 10 nach Spielstärke und Alter sortierten Gruppen teil.

Höhepunkte

Der SV Wesel erspielte einen ausgezeichneten zweiten Platz in der Mannschaftswertung hinter dem zum vierten Mal in Folge siegreichen OSC Rheinhausen.

Es gab Top-10-Platzierungen in fast allen Gruppen und Altersklassen.

Überragend waren der Sieg von Erwin Rudi in der U14 sowie der Dreifach-Triumph in der C-Klasse, die Christian Schumann vor Mickey Lucaßen und Kai Knipping gewann.

Erwin gewann alle seine 7 Partien. Dies gelang außer ihm nur noch dem Sieger der U10.

Bericht von Holger

Wieder mal ein schönes Turnier. Ich kann aber nur über die C-Gruppe aus meiner Sicht schreiben. In der für den Mannschaftspreis entscheidenden Gruppe hatten wir ein großes Team aufgebaut. C. Schumann, M. Lucaßen, K. Knipping, M. Trost, M. Schleich, E. Orhan und ich. Die 1. Runde alles im Plan Mickey, Christian, Kai, Michael und ich (gegen den späteren 4.) gewinnen. Dann kommt eine blöde Auslosung: nächste Runde gegen Christian. Ab dem 10. Zug brannte das ganze Brett. Nur ich war der Angreifer und Christian musste verteidigen. Christian musste Materialverlust hinnehmen, meine Springer tanzten in der Brettmitte. Aber er verteidigte sehr gut, bis ich im Endspiel den entscheidenden Fehler machte. Ich glaube, das war eine der besten Partien in der C-Gruppe. Nächste Runde, der DWZ-stärkste Spieler (ich war die Nummer 2). In der Eröffnung einen Bauern gewonnen, leider im Endspiel bei ungleichen Läufern nicht den Todesstoß gefunden. Nun Pause.

Jetzt kommen die Kuriositäten. Ich wollte noch zur Toilette gehen wie Christian, aber für das große Geschäft alles besetzt. Endlich war mal ein Platz frei, aber Christian stand in der Warteliste vor mir. Also Schach spielen. Schon nach dem 2. Zug verspürte ich unheimlichen Druck, dem ich dann nach 10 Minuten nachgeben musste. Durchfall kostet ungefähr 7 Minuten. Das war auch meine einzige schlechte Partie. 5. Runde, den an Nr. 3 gesetzten Mitspieler. Die Kalaschnikov-Eröffnung erstmalig in meinem Leben. Remis. Später zuhause mit Rybka nachgespielt: Die Variante ist unproblematisch spielbar. 6 Runde ich Weiß, eine wunderschöner Königsinder von meinem Gegner für mich, endlich mal wieder gewonnen. 7. Runde, die schnellste Partie der Runde. Wir wollen anfangen, da fällt meinem Gegner die Brille runter: kaputt, "ich sehe nix mehr"! Da wir beide nichts mehr reißen konnten: 1. d4 Sf6 remis- remis!

Christian, Kai, Mickey und Michael dominierten die C-Gruppe. Stand vor der letzten Runde: Christian hatte schon gewonnen, Kai 1 Punkt vor Mickey, aber der Gegner von Christian konnte bei einem Sieg gegen Christian alles durcheinander bringen. Und hier zeigte sich der Mannschaftsgeist von Christian, trotz schlechtere Stellung haute er rein und sicherte damit Kai nach Niederlage in der letzten Runde gegen Mickey den 3. Platz. Wie der Veranstalter sagte, es war eine Vereinsmeisterschaft. Eda blieb ungeschlagen, 5 r 2 s, aber bei der 3-Punktewertung keine Chance. Matthias 3S 2 R 2N war auch gut im Rennen.

Die Punkte für den zweiten Platz der Mannschaftswertung holten:

Gruppe Platz Name Punkte
U10 5 Harald Wiens 6
  8 Peer Klüttermann 3
U12 5 Lukas Trost 6
U14 1 Erwin Rudi 10
  7 Alexander May 4
  10 Alexander Putzmann 1
A 8 Thomas Dickmann 3
B 9 Ulrich Dimmek 2
C 1 Christian Schumann 10
  2 Mickey Lucaßen 9
  3 Kai Knipping 8
  8 Michael Schleich 3
  10 Matthias Trost 1
Summe     66
(Thomas Dickmann, 09.01.2011)

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