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OsterOpen 2019 in Oberhausen

Bei wundervollem Osterwetter nahmen Avdi und ich dieses Jahr wieder am OsterOpen in Oberhausen teil, das dieses Jahr gleichzeitig auch die NRW-Einzelmeisterschaft war. Ich hatte schon länger kein Open mehr gespielt, während Avdi dort natürlich Stammgast ist.

Dieses Jahr sollte es allerdings nicht Avdis Turnier werden. Nach zwei Niederlagen gegen stärkere Gegner verschenkte er in Runde 3 einen Springer und konnte immerhin noch mit Müh und Not Remis halten. Die vierte Partie brachte dann die nächste Niederlage mit sich. Als Avdi in Runde 5 schon wieder einen Springer und die Partie verschenkte, begann er der vergeudeten Ostersonne nachzutrauern. Immerhin gewann er die beiden letzten Partien in überzeugender Manier und erreichte so schlussendlich 2,5 Punkte. Bei besonnenerem Spiel wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen.

Für mich gab es einen Auftaktsieg gegen den einzigen DWZ-schwächeren Gegner meines Turniers. In Runde 2 patzte mein Gegner dann in ausgeglichener Stellung erst einen Bauern und dann noch eine Qualität, bevor er entnervt aufgab. Dieser Gegner sollte später jedoch überzeugend die Ratinggruppe DWZ/Elo unter 2150 mit starken 5,5 Punkten gewinnen. In der 3. Runde spielten mein Gegner und ich beide gut. Als die Zeit knapper und die Varianten komplexer wurden, konnten wir beide nicht einschätzen, ob ich einen Bauern gewinnen konnte. Das folgende Remisangebot nahm ich dankend an. In Runde 4 gegen FM Stillger war ich die ganze Partie über im Hintertreffen. Ich wusste mir nicht anders zu helfen, als in ein Endspiel mit Minusbauern abzuwickeln, dass der Fide-Meister schlussendlich verwerten konnte. In der folgenden Partie gegen Jurij Vasiljev geriet ich ebenfalls unter Druck und in eine verlorene Stellung. Jurij übersah allerdings einen Trick und musste in ein Turmendspiel abwickeln, dass ich trotz Minusbauern halten konnte. In der 6. Runde stand ich schon früh gut und gewann auch irgendwann Material. Ich ließ aber einige Chancen aus, meinen Vorteil zu verwerten. Da meine Gegnerin taktisch viel mehr gesehen hatte als ich – wie sich in der Analyse zeigte – geht das Remis durch Stellungswiederholung bei knapper Zeit in Ordnung. Mein Gegner in der Schlussrunde hatte diese Saison in der Verbandsliga bereits unseren Jan Fleuren besiegt; ich war also gewarnt. Wieder geriet ich im Mittelspiel unter Druck und bot aus Verzweiflung eine Abwicklung in ein passives Springerendspiel an, in der Hoffnung, dass meine Stellung mit den wenigen Schwächen zu halten sei. Er hätte mich wohl auch stärker unter Druck setzen können, verzockte sich aber in Zeitnot in einer scharfen Variante und ich konnte auch diese Partie glücklich gewinnen. Mit insgesamt 4,5 Punkten und einer großen Portion Glück gewann ich dank meiner guten Feinwertung den 1. Ratingpreis in der Gruppe DWZ/Elo unter 2000. Obendrauf gab es ein DWZ-Plus von satten 57 Punkten.

Das Turnier gewann Großmeister und Schachlegende Vlastimil Hort überzeugend mit 6 Punkten dank seiner guten Feinwertung vor den punktgleichen FM Marcel Becker, IM Tobias Jugelt und Vorjahressieger FM Heiko Kummerow vor einigen anderen Titelträgern, unter anderem dem Turnierfavoriten GM Daniel Hausrath. Damit ist Vlastimil Hort auch der neue NRW-Meister, während IM Zoya Schleining als beste Frau neue NRW-Meisterin geworden ist. Herzlichen Glückwunsch!

(ob, 23.04.2019)

47.Gold-Cup in Meran

Wir waren ein paar Tage vorher bereits in der Gegend mit weniger schönem Wetter. Am Tag des Turnierbeginns zogen wir bei strahlendem Sonnenschein in unser Hotel in Meran, was am 7.4.19 erst eröffnete. Von den gemeldeten 28 Teilnehmern reisten 4 erst zur 2. Runde an, darunter der an Nr. 1 gesetzte Volker Seifert aus Dresden.

Runde 1: Da ich keine ELO-Zahl habe, wurde ich gleich in der ersten Runde gegen den an Nr. 2 gesetzten FM De Santis aus Italien (ELO 2264) gelost – und das mit Schwarz. Ich spielte aber 24 Züge eine hervorragende Partie mit vielen guten Zügen, die meinem italienischen Gegenüber scheinbar wenig Freude bereiteten und die die Partie immer in der Waage hielten. Dann eine kleine Unachtsamkeit, die ihm gestattete, seinen Springer auf ein Feld zu ziehen, von wo diverse Drohungen lauerten. Ich entschied mich für die fast schlechteste Abwicklung, die mich nach einem weiteren Fehlzug sogar eine ganze Figur kostete. Bei richtiger Verteidigung (davon gab es sogar zwei, die ich beide nicht gefunden habe) wäre die Partie sehr schnell ins Remis verflacht, weil nur jeweils 1 Turm, 1 Läufer und 1 Springer bei jeweils gegenüberstehenden 3 Bauern auf dem Königsflügel verblieben wären. Die entscheidende Stellung nach dem 25. Zug von Weiß lohnt wahrscheinlich noch nicht mal zur Rätselecke.

Runde 2: Gegen Joachim Hiller, einen älteren, aber sehr erfahrenen Spieler mit ELO 1913 bekam ich einen schlagbaren Gegner. Mit einer banalen Mattdrohung auf h7 konnte ich nach einem Turmopfer, das er wegen 2-zügigen Matt nicht nehmen konnte, einen Bauern. Er verteidigte die Stellung aber geschickt, so dass ich nicht mehr als ein Endspiel mit Mehrbauern und gutem Springer gegen schlechten Läufer erreichte, das ich zwar mühsam und langwierig, aber sicher gewinnen konnte.

Runde 3: Ein vermeintlich leichterer Gegner wartete mit Josef Schleime auf mich (ELO 1650). Aus der Eröffnung nichts herausgeholt, weil ich gegen mein eigenes System spielen musste. Es entstand eine Stonewall-Stellung und ich gab das Läuferpaar auf. Nach Damentausch und Turmtauschentstand ein gleiches Endspiel mit dem Läuferpaar gegen L und S. Dann spielte mein Gegner ungenau und ich konnte mit dem König in die Stellung eindringen und einen Läufer tauschen. Dann hatte ich mal wieder ein Endspiel guter Springer gegen schlechten Läufer. Nach 4,5 Stunden und 64 Zügen war der 2. Sieg eingefahren.

Runde 4: Das Wetter ist immer noch eher mäßig und nicht so schön, wie wir es aus den Vorjahren kannten. Dafür lief es gegen Han Neumann (ELO 2035) von den NL-Antillen heute richtig gut. Vor 2 Jahren spielte ich ebenfalls gegen ihn mit Weiß und verlor durch Zeitüberschreitung in ausgeglichener Stellung. Dieses Jahr spielte er erneut holländisch und ich behandelte die Eröffnung unkonventionell, aber recht erfolgreich. Nach heterogenen Rochaden drohte ich einen starken Königsangriff. Han versuchte dann vorschnell mit b5 einen Gegenangriff am Damenflügel, der wegen eines Scheinopfers einen Bauern und die Qualität kostete. Nachdem ich meine Königsstellung sichern konnte, verlor er im 26. Zug die Lust an der Partie. Bei der Vorbereitung hatte ich nebenbei festgestellt, dass er zumindest noch 2014 FM war.

Runde 5: Ich wurde gegen den Ausrichter und spielenden Schiedsrichter Jürgen Wempe ausgelost, der an Nr. 3 gesetzt war (ELO 2154, DWZ 2089). Auch gegen ihn hatte ich vor 2 Jahren verloren. Heute gelang ein kurzzügiges Remis. Ich war mit der Partie sehr zufrieden, weil alles gut aussah und ich nach dem Friedensschluss im 15. Zug mich sehr wohl gefühlt habe. Am Ende hatte ich mit Weiß dem Schwarzen einen Isolani auf d5 verpasst und alle Figuren standen aktiv. Fritz bewertet die Schlussstellung mit 0.50 für mich. Die Analyse zeigte aber, dass Schwarz mit einem Minoritätenangriff am Damenflügel sehr wohl Verteidigungsressourcen hat. Insoweit ging das Remis auch in Ordnung. Bei der abendlichen Analyse sprang nach meinem harmlosen 11. Zug die rote Ampel an. Den folgenden Hammerzug hatten wir beide, auch in der Analyse, nicht gesehen, was vielleicht der in Meran und auch im Turniersaal grassierenden Erkältungswelle geschuldet war. Es wäre bestenfalls mit einem Bauernverlust glimpflich ausgegangen, aber es war auch ein starkes Figurenopfer drin, wonach ich die Stellung vermutlich nicht mehr hätte verteidigen können. Im Nachhinein habe ich diesmal viel Glück gehabt.

Rd. 6: Schöner Sonnenschein nach sonst eher regnerischen Tagen. Dafür eine miese Partie mit Schwarz verloren gegen den an 6 gesetzten Kioschies (ELO 2053/keine DWZ des Baden-Württembergers gefunden). Gegen die englische Eröffnung mein Fianchetto gespielt und bis zum 9. Zug war alles ok. Dann ließ ich ihn zu starkem Spiel auf meinen schwarzen Feldern kommen und musste die Qualität für einen Bauern anbieten, um meinen schwarzfeldrigen Läufer zur Verteidigung zu behalten. Das gefiel dem Weißen aber nicht. Ich versäumte dann einen Tausch und meine Stellung wurde immer schwieriger. Im 15. Zug erneut eine falsche Einschätzung: Statt eines vorübergehenden Bauerngewinns sperrte ich die c-Linie. Dann kam sein Springer nach e6 und ich ging im Königsangriff unter, weil mein Damenflügel einfach nicht zur Entwicklung kam.

Rd. 7: In meiner vorletzten Runde spielte ich mit Weiß gegen Stefan Beulertz aus Werl (DWZ 2017, ELO 2033), der spielstärkemäßig an Nr. 8 gesetzt ist. In einer eigentlich guten Partie versäumte ich frühzeitig einen Bauerngewinn. Mein Kontrahent hatte einen wilden Bauernsturm am Königsflügel losgelassen, obwohl ich noch gar nicht rochiert hatte. Ich hätte das Loch auf g6 besetzen können, war aber zu vorsichtig. Im weiteren Verlauf konnte er seine Stellung konsolidieren, einiges abtauschen und am Ende hatten wir ein Doppel-Turmendspiel mit gutem Springer gegen….. guten Läufer. Als ich den Abtausch und gleichzeitig Remis anbot, war das Unentschieden perfekt. Wir haben noch etwas analysiert und ich hätte noch Gewinnversuche machen können. Als der Computer dazukam, war meine Stellung dann allerdings etwas schlechter bewertet. Morgen spiel ich meine letzte Partie gegen den 3. FM Peter Kargoll (ELO 2147, DWZ 2109) , diesmal wieder mit Schwarz. Leider müssen wir Montag zurückreisen, so dass ich die 9. Runde nicht mehr spielen kann.

Runde 8: Leider geht die letzte Partie verloren. In einer schwerblütigen Positionspartie mache ich bis zum 8. Zug spiegelbildliche Züge. Im 8. Zug die erste Abweichung, die mir lt. Fritz sogar einen kleinen Vorteil verschafft. Wenn er sein Läuferpaar behalten will, muss er in eine Zugwiederholung einwilligen. Er greift am Damenflügel an und ich positioniere Läufer und Dame auf der Diagonalen b8-h2. Leider kann ich mit dieser Drohung erst mal nichts bewirken und er schafft mir einen rückständigen Bauern auf b7. Jetzt folgen einige Zwangszüge und letztlich bleibt ein Schwerfigurenendspiel und guter Springer gegen falschen Läufer bei mir, weil ich b7 nicht verteidigen kann, der dann auch fällt, dann direkt ein Blackout bei mir, als ich eine nette Falle aufbaue, die er aber vermeidet und einfach eine Qualität für einen Bauern bekommt. Die Stellung war dann nicht mehr zu halten. Bis zur Zeitkontrolle macht er ein paar einfache Züge und im 46. Zug muss ich aufgeben. Ich glaube Tartakower hat mal gesagt, er habe noch nie gegen einen gesunden Gegner gewonnen, aber ich war die letzten beiden Runden durch Husten und Heuschnupfen doch etwas gehandicapt.

Mit 50 % kann ich eigentlich nicht zufrieden sein, weil ich mich etwa auf Rang 8 gesehen habe. Aber ich musste in 8 Runden gegen 6 der besten 7 Spieler antreten (FM Seifert spielte das Turnier nur bis zur 4 Runde und musste dann abreisen). Mit Weiß 3 aus 4 und ungeschlagen gegen 3 stärkere Spieler, mit Schwarz 1 Sieg und 3 Niederlagen, u.a. gegen die beiden FM machte mich dann aber doch ganz zufrieden, zumal ich gegen die FMs lange gut mithalten konnte.

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(ud, 14.04.2019)

30. internationales Schnellschachturnier Straelen

Erster Höhepunkt des Jahres war das Straelener Schnellschachturnier, welches in diesem Jahr bereits zum 30. Mal stattfand. Wie im Vorjahr traten wir mit einem 17-köpfigen Aufgebot an.

Besonders unser Nachwuchs spielte sehr stark.

 

U10/U12 sowie U14/U16 spielten jeweils in einer Gruppe. In der U10 erreichte Zorba Khalil mit 18 Punkten aus 9 Partien (3-Punkte-Wertung) einen hervorragenden 2. Platz, punktgleich mit dem Sieger. Aufs Siegertreppchen schaffte es auch Fabian Datta, der in der U12 mit ebenfalls 18 Punkten Dritter wurde. Jan Burdzik wurde in der gleichen Gruppe mit 12 Punkten Achter. In der U14 belegte Jakob Sträßner mit 12 Punkten aus 7 Partien einen guten Sechsten Platz.

 

Bei den Erwachsenen glänzten Uli Dimmek mit 14 Punkten bei den Senioren, Oskar Braun mit ebenfalls 14 Punkten und Platz 5 in der B-Gruppe sowie Helmut Brehme, der trotz seiner inzwischen 82 Jahre 13 Punkte in der D-Gruppe holte.

Sportlich beeindruckend war der Start von Dieter Bohnes, der in der A-Gruppe mit 4 Siegen begann, das Niveau aber leider nicht halten konnte. In Runde 5 setzte es eine unnötige Niederlage gegen den später Drittplatzierten Osipiak, von der sich Dieter nicht mehr erholte und auch noch die beiden letzten Partien verlor.

In der Vereinswertung erreichten wir einen guten Dritten Platz.

Alle Einzelergebnisse werden in Kürze auf der Seite des SC Straelen veröffentlicht.

(td, 09.01.2019)

 

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